Offen gesagt, ich habe an anderer Stelle schon mal etwas zur Quotenermittlung geschrieben. Aber aufgrund immer neu aufflammender Diskussion (und Leserbriefe) hier eine Anleitung zur Erstellung einer Excel-Datei, die den Beweis liefert, dass die RV 25% und - bis auf Rundungsdifferenzen - nicht mehr vom Einsatz einbehalten. Dazu dann noch ein paar erläuternde Worte und Beispiele.

Erstellen wir folgende Excel-Tabelle (wer Probleme hat, darf eine fertige Liste per eMail anfordern):
A1: Auszahlung in Prozent:
B1: 75 (diese Zahl ist später abänderbar und zeigt Ihnen, ob der RV mehr als 25% abzieht)
D1: (Muster mit den Rennen 7 und 9 aus Frankfurt vom 4. Mai 2008 erstellt)
A4: Nr. (Anmerkung: steht für die Platzierung)
C4: %-tuale Verteilung
D4: Summe
A5: 1
A6: 2
Nun bitte beider Felder A5 und A6 markieren und bis zu A28 herunterziehen (am unten rechts erscheinenden kleinen Kreuz)
C5: =WENN(B5>0;$B$1*10/B5;0)
C5 markieren und bis c28 herunterziehen
C29: =SUMME(C5:C28)
D29: 100% darf nicht überschritten sein!
D30: Toleranz je Starter 0,1 = bei 11 Pferden Wert über 0,989
Nun markieren Sie, zur besseren Übersicht die Felder B1 grün, D28 und D29 gelb und D30 hellgrün und die Felder zur Quoteneingabe B5 bis B28 rosa
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So, und nun tragen Sie in den Feldern B5, B6, B7 usw die Quoten der gestarten Pferde ein. Ich habe im Muster 1 die Pferde aus Frankfurt vom 4.5.08, 7. Rennen wie folgt eingetragen:
B5 13
B6 52
B7 43
B8 172
B9 124
und damit alle 5 Starter.
Im Feld C29 erscheint nun der Wert 99,9660973.
Was bedeuten nun die Werte, die sich in den Feldern B1 und C29 spiegeln:
Im Feld B1 haben Sie die Auszahlungssumme mit 75% angegeben, meint also: der RV hat 25% der Einsätze (=100%) abgezogen
C29: muss ein Wert von 100% (der Einsätze) stehen, wobei dadurch, dass die Quoten nicht auf diverse Stellen ermittelt, sondern auf das 10-fache des mathematischen Wertes abgerundet ausgedrückt werden, ein Wert von mindestens 100 minus 0,1 je Starter: bei 5 Pferden also ein Wert zwischen 99,5 und 100. Sie sehen: alles Paletti oder auch der RV zahlt das aus, was Sie im Feld B1 eingetragen haben.

Sollte die Zahl iin C29 nicht innerhalb der sich ergebenden rechnerischen Spanne liegen, dann dürfen Sie mit der Zahl in B1 “spielen” und zwar so lange, bis die Zahl in C29 innerhalb der Spanne liegt, die ich gerade erklärt habe.

Wenn man die Quoten aus dem 9. Rennen in Ffm vom 4.5.08 eingibt (11 Starter):
72-42-28-225-93-170-238-61-206-195-147 darf die Spanne 11 mal 0,1 = zwischen 98,9 und 100 liegen. Es ergibt sich 98,9044518!!! Diese Zahl stellt nicht die Auszahlungsquote dar, sondern den abgerundeten Wert der 100% Einzahlung und ermittelt im Ergebnis nur, wieviel des Auszahlungsbetrages der RV neben der 25% Einbehalt übrig hat. Ändern Sie die Auszahlungsquote auf 74%, stimmt die Toleranzzahl nicht mehr = Sie haben im Feld B1 einen Fehler.
Erhöhen sie mal B1 auf 76; wough: über 100%. Also Fehler in Feld B1.

Wenn Sie mir noch immer nicht glauben, dann spielen Sie einfach mit der Zahl in B1. Wenn Sie dort 55 eingeben, also die Zahl, die der Torftrottel im Forum als die Sieg-Auszahlungsquote in Frankfurt als gegeben hinstellte, dann kommen Sie auf einen Wert in C29 von 73,3. Die Zahl in C29 zeigt aber nicht etwa an, ob der RV mehr oder weniger auszahlt, sondern, ob der Wert in B1 stimmt. Und der Wert in B1 stimmt immer dann, wenn Sie den Toleranzwert erreichen, also 100% der Wetten erfasst sind.

Für die ganz hartnäckigen Skeptiker unter Ihnen nun dann dieses Beispiel:
Sie spielen in Ihrer Stammkneipe, oder im Büro Buchmacher bzw. Rennverein. Europameisterschaft. 10 Kollegen, jeder zahlt 10 Euro ein und jeder hat einen anderen Favoriten. Sie zahlen 100% aus. In B5 bis B14 je 100, denn der Kollege, der den Europameister korrekt tippte, soll ja die 100 Euro bekommen. Und siehe da, die Toleranzahl in C29 zeigt 100 an! Wenn Sie nun die Auszahlungsquote auf 75 ändern, dann steht dort plötzlich 75 - was bedeuten würde, das die von Ihnen ermittelten Quoten zu hoch sind. Und in der Tat - die Kollegen bekommen für ihre 10 Euro ja nicht 100 Euro, sondern nach Abzug Ihres Veranstaltungsgewinns nur 75€. Ändern Sie die Quoten auf 75 ab, dann haben Sie... wieder 100 im Toleranzfeld, weil Sie 100% der richtigen Quoten erfasst haben. Und nun kommt Torftrottel und behauptet, Sie würden - trotz der Kenntnis der Quoten - nur 55% auszahlen. Ändern Sie B1 auf 55 und ...es zeigt sich, dass Ihre Quoten zu hoch sind.

Für den ersten Eindruck hier die Hardcopies TORFTROT
TORFTROT
und 100PROZ, die genau die Dinge wiedergeben, die ich eben beschrieb:
100PROZ

Auch wenn mir bekannt ist, dass die Deutschen oft ihr Problem mit Mathematik haben (neulich bei “wer wird Millionär” konnte eine Kandidatin nicht ermitteln, dass 1/8 den Dezimalwert 0,125 hat... und dumm war die allemal nicht), denke ich, Sie haben begriffen. Wenn nicht fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder Ihren Mathematiker.

Als letzten Test biete ich Ihnen an, die Siegquote im 100PROZ Fall von 13 auf 14 zu erhöhen: über 100% und wenn sie auf 12 gehen weit unter der Toleranzgrenze. Ändern Sie nun allerdings die Auszahlungsquote von 75 auf eine Zahl darüber (14) oder darunter (12) ab, so kommen sie wieder in den “grünen” Bereich. Fazit: die Quoten kann man nicht manipulieren. Je nach Auszahlungssumme kommt man immer auf 100% Einsatz!!!

PS.:Das Programm eignet sich ganz vorzüglich für die Kassenwarts der Rennvereine: Sie können ermitteln, ob der Toto-Chef alles richtig macht.


25% Abzug - Basta! Es ko... einen manchmal an: diese Moserfritzen in den Galoppforen. Angeblich bis zu 45% Abzug von den Einsätzen. Dabei ist es überhaupt kein Geheimnis, dass die RV 75% auszahlen. Das Lügengerüst will ich - nach einer Leseranfrage - mal zerstören. Sicher gibt es nicht in allen Punkten die Offenheit der RV und Politik, die ich mir wünsche. Aber lesen Sie die Anfrage und meine Antwort. Bei Gelegenheit sage ich das Eine oder Andere mehr - vor allem, wenn mir Leser etwas mehr Munition geben...

hier die Anfrage vom 8. Juli 2007:

Hallo Hein Mück (alias Mußwitz)!
Längere Zeit habe ich Ihre von mir immer geschätzte Website nicht mehr besucht, was wohl daran liegt, daß mein Interesse an deutschen Galopprennen in den letzten neun Monaten  sich in Grenzen hielt. Vor längerer Zeit hatte ich Ihnen auch mal geschrieben (und eine nette Antwort erhalten).

.............allgemeine Meinung zu deutschen Trainern im Ausland (Rest ist zu privat und schützenswertt......................

Anlaß Ihnen zu schreiben, war aber meine heutige Lektüre Ihrer "neuen  Beiträge". Von dem Inhaber der o.a. Wettannahmestelle weiß ich, daß die Race-Jack-Läden bei deutschen Rennen 7%  auf  Sieg- und Platzwetten erhalten, für Mehrfachwetten aber 13%. Wenn  Buchmacher Wetten in den Totalisator vermitteln, z.B. auch über Rennvereinsscheine, dürften sie ähnliche Provisionen  bekommen, wobei es ebenfalls eine Differenz zwischen Einfach - und  Mehrfachwetten gibt. Wegen der unterschiedlichen Höhe der Provisionen habe ich die Vermutung, daß die Totalisatorabzüge bei den Mehrfachwetten auch größer sind und nicht etwa 75% zur Auszahlung kommt. Die Auszahlungsquote bei Mehrfachwetten dürfte an  vielen Rennorten unter 70% liegen, wie auch schon im galopp-forum von "Verschwörungstheoretikern" behauptet wurde.

Nun hätte ich 2 Fragen an Sie:

1. Stimmt es, daß bei den Mehrfachwetten auf vielen Bahnen deutlich weniger  als 75% der getäigten Einsäze gezahlt werden?
2. Ich kenne mich zu wenig in der Rennordnung aus. Aber eigentlich müßten  die Rennvereine die festgelegten Auszahlungsquoten der Wettarten öffentlich aushängen. Gibt es einen entsprechenden Passus in der Rennordnung oder sogar gesetzliche Vorgaben verwaltungs- oder zivilrechtlicher ÂArt, die einen Aushang  vorschreiben?

Für die Beantwortung der zwei Fragen wäre ich Ihnen dankbar.
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Und hier meine Antwort:

Hallo Herr R...,

der Trend der dt. Trainer (Besitzer) geht zwangsläufig ins Ausland - Die Rennpreise sind erheblich höher als hierzulande. In Italien ist es eigentlich  noch einfacher als in Frankreich - allerdings hat man dort die Summen reduziert und den Zugang erschwert. Die Franzosen verlieren immer mehr an Boden - gemessen an den Amerikanern, den Iren und den Engländern. Und langsam kommen wir mit  unseren paar Pferden auch ins Gespräch. Teils ist es vergleichbar mit der Situation der Holländer bei uns....

So, nun zu Ihren Fragen. Vielen Dank für die Info zu den Provisionen. Meine Info sind einige Jahre alt - und es ist vorstellbar, dass die Mehrfachwetten anders bewertet werden.

Die Gerüchte über die höheren Abzüge als 25% sind so dumm wie falsch. Man muss sich nur klar sein, dass die RV von einer 12 Euro Wette allerdings keine 12 Euro bekommen,  sondern - nehmen wir mal an - 11. (also bleibe ich erst einmal bei 8%). Wenn  also der Rennbahnkunde 12 zahlt und der Vermittler-Kunde 11, so hat der RV 23.  Hiervon zahlt er 17,75 Euro aus (Anmerkung: =25%).  Allerdings auf den Wert von 24 Euro bezogen. Dies kann man nachvollziehen, wenn man mal wieder offiziell sich äußert. Dort  ist der Einsatz nie ,00 oder ,50 Cents (oder es wäre mal Zufall). Insofern ist es so, dass der um die Provision verminderte Einsatz die Quote drückt - rechnerisch bekommen also die Kunden von ihren 24 Euro nicht 18 (75%) Retour,  sondern weniger. Aber der RV hat nur und immer 25% der Einsätze.

13%  Provision halte ich für viel zu hoch! Warum? Nun, wenn der Buki eine Wette auf  eigene Rechnung annimmt, dann hat er zwar 25% Gewinnspanne (nach dem Gesetz der  großen Zahl genau die, die der RV als Kosten einbehalten darf). Dagegen steht,  dass er insoweit eine höhere Quote zahlt, als dass "sein" kassierter Einsatz nicht in die Rennbahnberechnung fällt. Deutlich wird dies, wenn man den Fall  durchdenkt, wie es denn ist, wenn zwei Menschen die DW kennen - und der eine auf  der Bahn wettet und der andere beim Buki... So zahlt eine DW die 25.000 wert ist (Anmerkung besser formuiert hat)  tatsächlich 50.000. Dies ist ein nicht zu unterschätzendes Berufsrisiko. Deshalb sind 8% ohne Verlustrisiko kaum weniger als 25% Chance bei vollem Risiko (die Aussage eines Buchmachers: je kleiner der Einsatz, desto höher mein Gewinn;  wer hoch wettet, weiß mehr). Zu deutsch: der Buki gibt im Schnitt nur 75% der  Einsäze als Gewinn zurück - bis auf die Fälle dieser Risikoverlagerung. Das spielt bei Quoten um die 1000 keine Rolle, aber ab 5000 wird es happig, wenn man weiss, dass es Kunden gibt, die für 2-3 Euro pro Wette auf 5-stellige Quoten zielen und den Einsatz auf 4-5 Bukis streuen (also je 50 Cents). So hat ein Buki  fast täglich irgendwelche Summen um die 500-1000 Euro oberhalb der 75% Rückzahlungsquote auszuzahlen. Umsatzstarke Bukis (pferdewetten.de) merken das kaum - Lotos und Co sehr!

Zur Rennordnung: diese hat keine Aussagen zur  Auszahlungsquote. Konkret ist es so, dass gemäß Rennwettgesetz 16 2/3 % der Einsätze (die die Rennbahn erreichen!) als Steuer abzuführen sind. Der Landwirtschaftsminister genehmigt dann 8 1/3% Verbleib beim RV  (=Auszahlungsquote 75%) und sagt dann Rückgewähr von meist 90% aus den 16 2/3%  zu. Wenn die RV mehr als 8 1/3% behalten würden, würde der LW-Minister seinen  Rückgewähr-Anteil genau um diesen Teil kürzen - er unterstützt die "schwachen"  RV. Theoretisch könnte das Bundesland allerdings auch andere Vereinbarungen  treffen. Aber mangels Lobby kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendein LW-Minister anders handelt - nicht umsonst erhöht man die Steuern (z.B.  Kfz-Planung) wenn es irgendwie durchsetzbar, weil man immer Geld braucht. Sie nicht?

Ich darf die Frage (soweit Provision usw) und ohne Namen veröffentlichen?

Vielen Dank und bis denn
Holger Mußwitz
 

Nun kam die Antwort mit Erlaubnis der Veröffentlichung und Hinweis auf die Limit-Quoten - aber die gelten nur bei nicht getroffenen Wetten. Pferdewetten.de zahlt übrigens als Ersatzquote meist 50.000 - Lotos leider nur 25.000. Achten Sie bei Wettkonto Eröffnung auf die Ersatzquoten! mehr als 50.000 wären wohl noch besser, aber 25.000 ist fast schon boshaft...

Ich spreche oben übrigens immer von getroffenen Wetten - und da gibt es allenfalls eine Höchstauszahlung. Die Anwendung ist mir nur bei Trabrennen mal bekannt geworden -wen wunderts?