Bericht vom Renntag 20. April 2008 in Hannover
Mein Dank geht vorab an Frau Born für die freundliche Unterstützung.
Der Bericht:
es ist schon einige Tage her, dass ich in Hannover - sagen wir konkreter Langenhagen - war. Und um noch konkreter zu werden: es waren über 20 Jahre - meine heimliche Lieblingsbahn - 10 Jahre Lüneburg, Jüttkenmoor - da war es nicht so weit nach Langenhagen wie heute. Es hat sich manches getan in Hannover. So fällt schon beim Eintritt auf, dass der Bereich zwischen Eingang und Tribüne - früher ungenutzt - heute ein wahres Kinderparadies wurde. Für die Kleinsten steht eine Hüpfburg und eine Rutsche zur Verfügung. Gleich gegenüber das elektrische Pferd. Dort kann man hinter dem Vorbild - im wahrsten Sinne des Wortes - sich schon mal mit dem Beruf des Jockeys vertraut machen. Ein paar Meter weiter dann vor der Tribüne das “Horses” Spiel, bei dem man, also meist die Kinder, versucht eine Kugel in Löcher mit den Werten 1, 2 und 3 zu schieben. 3 bedeutet 3 Längen voran und es kommt schon mal vor, dass der Erste im Ziel ist, während der letzte den Start einfach verweigert. Wie im richtigen Renngeschehen eben.


Rutsche und Hüpfburg Vorbild und das elektrische Pferd DerbyRennspiel (Horses)
Im Bereich neben der Tribüne dann eine ganze Menge Stände, die Giros, Fischerzeugnisse, Würstchen, Kuchen, Kaffee, Tee und alle anderen denkbaren Getränke anbieten. Die Preise sind übrigens nicht sehr einheitlich, so konnte ich sagenhafte 25% sparen, als ich einen Stand unter der Tribüne fand. Diese Stände sind von aussen immer überfüllt, drinnen kommen sie fast sofort dran - so ähnlich ist es auch mit den Wettkassen. Aussen lange Schlangen, innen alles frei. Also kurz gesagt, für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt, wenn ich auch mit ein wenig Wehmut an die Kantine im ersten Stock denke, die immer schnell und günstige Speisen anbot. Und richtig traurig war ich, dass nicht eine einzige Krakauer (Wurst, nicht Dame) zu finden war, genau so wenig wie der Leser, der mir eine ausgeben wollte. Na dann bis Hamburg Herr G.....


So langsam muss ich jetzt den Dreh finden, um auf die Rennen zu kommen. OK. Vom Geläuf aus gesehen zeigt sich die riesige Tribüne, die - wahrscheinlich wegen des sagenhaften Wetters, viel Sonne und nur wenig Wolken - fast leer blieb. Die üblichen Fernsehbildschirme zeigten auch Bilder vom fahrenden Auto aus, ein Service, der in Europa selbstverständlich ist, während in Deutschland oft noch davon ausgegangen wird, dass jenes Sinnesorgan, welches am besten Informationen verarbeitet, nicht angesprochen werden muss: das Auge. Es sieht so aus, dass die Meisten auf der “Neuen Bult” dieses begriffen haben, ich habe da am Sonntag auch eine andere Meinung gehört- es gibt halt immer verschiedene Meinungen, das liegt quasi Aufderhand. Gute Aussicht hat man übrigens auch aus dem Flugzeug. Bei entsprechender Windrichtung kommen oder gehen hier einige Flugzeuge über die Bahn. Ehrlich gesagt, stören tut das überhaupt nicht, im Gegenteil, es gibt selbst am Himmel einiges zu sehen. So sah ich diesen seltenen Flugzeugtyp - Experten werden mir sagen, welcher es ist. Leider habe ich keine Fotos von den beiden Rehen gemacht, denn ich habe sie schlechtweg nicht gefunden. Ich finde es immer sehr amüsant, wenn man in Iffezheim die Störche oder die Reiher zeigt, in Halle sah man neulich ein kleines “Lot” von Rehen - ein wenig darf man Angst vor Zusammenstössen mit den Pferden haben, aber die Rehe sind so scheu, dass sie allein vom Hufgetrappel verscheucht werden - denke ich zumindest. Deswegen den Wald abholzen? Nein, diese Forderung ist sicher nur ein Scherz.

Das 1. Rennen
Im Führring Trainer und Jockeys bzw. Reiter und Reiterinnen. Hier eine kleine Auswahl


Trainer Kevin Woodburn mit Erika Branecka Annika Rosenbaum mit Trainerin Wienberg
Laura Jana Gabriel, rechts Angelique Ording


Jurgen Delandtsheer Cevin Chan hört besonders gut hin, während die Boxen geschlossen werden.


Nach dem Start geht der Holländer Delandtheer - nicht De Landtheer! Nachlesen, steht auf der Hose - außen mit Panjabi in Front, merkwürdigerweise in 3./ 4. Spur. Innen gleich dabei der Favorit Quick Fit mit Manuela Murke, die durch den Kurvenvorteil bei extrem weit aussen gehendem Gegner gezwungenermaßen in Front kam, was den Holländer aber zu etwas mehr Dampf veranlaßte, der so kurz nach der Geraden wieder in Front ging. Nach 600 Metern, genau gegenüber, verlor Laura Jana Gabriel entweder die Nerven oder die Gewalt über das Pferd - schon in der Startgeraden machte sie einen solchen Versuch, mußte aber einen Stop hinnehmen - und preschte an die Spitze. Die anderen Beiden gingen nach kurzer Überlegung mit. Das kostete sicherlich unnötig Kraft und der Weg war ja noch weit! Dahinter Royal Lunas und Call me Racer, dann eine kleine Lücke zu Lapone, die bald von San Severo, der vier Jahre nicht am Start war und dafür nicht schlecht lief, geschlossen wurde. Schon im Scheitelpunkt der Kurve verlor der Favorit Quick Fit die beiden Gegner und ging auf 7,8 Längen vom Feld weg; innen ging aber mit “Hände voll” Lapone unangefaßt mit. Als der Reiter- jener gute Zuhörer oben im Bild mit dem Namen Cevin Chan - das Signal gab, schmolz der Vorsprung des Favoriten mit jedem Sprung wie Blei am Lötkolben und so kam es zu einer ganz heißen Dreierwettenquote, die diejenigen einkassieren durften, die Pirunika mit der taktisch verbesserten Erika Branecka auf Platz 3 gesetzt hatten. Die Abstände waren riesengroß, was auf dem ersten Platz heute fast ohne Ausnahme durchgängig war. Apropos riesengroß: eine Frage Cevin: Schuhgröße? Und Glückwunsch zum 4. Sieg in der jungen Karriere!!!
2. Rennen:
Das Rau (Amoroso mit Norman Richter) in seinem Wohnzimmer Favorit wird (25:10), konnte man erwarten. Doch nur wenig mehr zahlten N´Oubliez Jamais und Monreale mit dem Franzosen Jerome Lermyte (je 30:10). Es hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, dass in Hannover ein Rennen von der Spitze kaum zu gewinnen ist. Grundsätzlich müßte man sein Pferd nämlich nur einen Strich gehen lassen um keine Kraft zu vergeuden. Dann könnten allerdings die Gegner vorbei kommen und ihm die “Bude zumachen”. Gerade Hannover ist eine Bahn, bei der man das Renngeschehen extrem auf die letzten Meter verlegt. Trotzdem ging Suborich mit N´Oubliez Jamais in Front vor dem Rau-Pferd und zunächst noch vor Monreale. Dahinter Nilex und Stieglitz - irgendwie hatte man schon vorher das Gefühl, dass dort 3 Pferde gegen eine andere Klasse laufen. Am Ende Dunmore - der allerdings immer einige Rennen bekommt, bevor man mit ihm ernst macht. Gegenüber wurde es Stieglitz zu langsam, kam gemeinsam mit Nilex allerdings nur an Monreale vorbei. Alles in ruhiger, nicht aber gleichmässiger Fahrt - nur ein Pferd aus der Spitzengruppe ging deutlich nur “einen Strich”: Monreale. Schon Ende der Kurve war der Favorit in argen Nöten. Alle Mühen von Norman Richter am Leader vorbeizugehen scheiterten am leeren Akku. Nun löste sich Suborics in der dunkelgrünen Seide vom Feld. Lermyte setzte sich tief über dem Rücken des Pferdes in Position. Die Knie deutlich am Widerrist des Pferde in tiefer Haltung griff er Suborics -die Haltung aufrechter und leicht offene Knie - mit dessen Pferd an und war “dran”. Nun folgte ein 100 Meter langer Kampf, den Monreale wohl deshalb gewonnen hat, weil der Jockey mit einen unheimlich ruhigen Körper die Konzentration des Pferdes auf die Hilfen konzentrierte. Das war ein Weltklasseritt! Dahinter mit Abstand Amoroso. Wer Zeit hatte, sah die anderen Pferde auch noch - weit dahinter... Die Quoten hatten sich quasi am Start noch einmal verschoben und so kam es zu der seltenen Konstellation, das die drei Erstplatzierten 32, 34 und 33 als EVQ auf Sieg ausweisen. 205 € für die DW war nicht viel, aber fast jeder auf der Rennbahn hat gewonnen.


Auge in Auge mit N´Oubliez Jamais Gegenüber fast unverändert Weltklasseritt von J.Lermyte auf Amoroso
3. Rennen
Die Wetter hatten es für sich so beschlossen: Plaisir d´Amour soll vor Calou gewinnen. Dahinter wünschte man sich Bargello, Carell und Vagabondo - alle anderen Pferde zahlten über 100. Eine Hetzjagd geht vom Start an los. Gerade die “Mädchen” schossen ihre Pferde in die erste Linie, während der erfahrene Jean-Pierre Carvalho sein Pferd aussen auf dem vorletzten Platz in Ruhe auf die Beine kommen ließ. Es sah beinahe wie in England aus: eine Gruppe mit 6 Pferden an den Rails, der Rest deutlicher aussen. Ende der Geraden machte Celine Kochan einen guten Eindruck auf Calou und rückte etwas nach aussen. Weil das Rennen extrem schnell angeritten wurde - die Führende (Maria Papke) schien sogar kurz den rechten Zügel verloren zu haben [las gerade offiziellen Rennbericht: Zügel gerissen] - kamen nun die Pferd von hinten immer besser in das Rennen.So kam es zu einem eindrucksvollen Bild, als 100 Meter nach der Geraden fast alle Pferde in einer Höhe und über die gesamte Bahn verteilt waren. Zum ersten mal wurde so auch die ganz äußere Spur genutzt, die inneren Plätze wurden von den anfangs Führenden vereinnahmt. So sah Yes I Will lange gut aus. bis dann Calou aus dem Mittelfeld eingesetzt wurde und in Front ging. Aber der Atem der Gefahr spielte schon mit den Haaren der Reiterin: Jean-Pierre - Chippy - Carvalho griff ganz links im mittleren Bild an und war schnell nicht zu beeindrucken. Da hinter den beiden Favoriten auch noch Vagabondo das Vertrauen der Wetter rechtfertigen wollte, zahlte die Dreierwette nur - oder sogar - 848 Euro. Auch der Vierte - Bargello - gehörte zu den Favoriten, wobei dieses Pferd am Ende schnellstes Pferd war. Mit anderem Steuermann ist der Sieg nicht fern.


Programmnummer für die Starthelfer Alle Pferde in in einer Linie Celine Kochan: sexy mit offenem Haar
4. Rennen
Viele interessante Beobachtungen vor dem Rennen! Ob es der kleine Plausch zwischen Schulepov und einem Starthelfer war, die Führung eines Starthelfers am Zügel oder auch nur - Dressurreiter sehen es gerne - wie auch Galopprennpferde “am Zügel” gehen können wie Rolling Arrogance - ich komme zu diesem Pferd noch einmal zurück...


Hochinteressant, das ein guter Jockey nicht nur gut reiten können muss, sondern auch Einfühlungsvermögen - was sein Pferd angeht - haben muss. So wehrt sich Isario gegen das Einrücken in die Box. Einer zieht vorne zwei andere schieben hinten. Klatsch, das Pferd keilt nach hinten weg - das Auge weitet sich panisch. Carvalho bleibt ganz gelassen. Er schickt erst einmal die Starthelfer weg und bittet den Helfer am Führzügel vorne ganz zu lockern. Spricht mit dem Pferd in aller Ruhe und das Pferd ist augenblicklich ruhiger. Es geht sogar etwas vorwärts, als Chippy den Hals ruckartig nach vorne drückt “noch ein Stück..”. Man einigt sich, die vordere Tür zu öffnen und das Pferd geht weit hinein. Nun müssen die Starthelfer dann doch ein wenig helfen: Alle mal anpacken und das Pferd steht ruhig in der Box. Szenen, die man normalerweise weder so sieht, noch so hört. Das Rennen ist schnell erzählt. Alles Pferde des Derbyjahrganges und 4 Pferd noch mit Nennung im Derby. Doch das Gruppepferd - wenn die Entwicklung so anhält - wird man nicht im Derby sehen. Was für eine unglaubliche Vorstellung! Il Divo. Geht sofort in Front. Wie gesagt: das geht eigentlich nicht in Hannover. Wenn der Trainer hier eine solche Anweisung gab, dann wußte er,was für ein Crack am Start in Hannover steht. Kurz will Sushitan diese Position ihm streitig machen. Ein Blick vom Jockey Jozef Bojko, eine kurze Anweisung und das Pferd macht ein paar Galoppsprünge und ist fast 2 Längen in Front. War die Fahrt schnell oder doch langsam? Sven Wissel betont mehrmals, das die Fahrt so schnell nicht ist. Ist sie nicht? Wenn man das führende Pferd anschaut, kann man das so sehen. Aber wieso schiebt fast jeder sein Pferd auch schon unterwegs? Nun, der Klassenunterschied bei 3-jährigen zu dieser Jahreszeit in sieglosen Rennen,ist schon frapant. Aber fast jeder schiebt sein Pferd, je weiter der Weg, desto mehr müssen sich die Gegner mühen. Allenfalls Sushitan geht noch einigermaßen gut, wenn er auch sehr schwankt. Ganz anders Il Divo. Als alles nach aussen geht bleibt Il Divo alleine innen und forciert immer und immer wieder das Tempo. Das Feld scheint rückwärts zu laufen. Ganz am Ende fasst Sushitan noch einmal Tritt und hält nun den Abstand - herankommen, nein, optisch waren hier 10 Kilo zum 2. und 20 zum Rest erkennbar. So sieht ein Gruppepferd aus!! Auf meinem Bild - ganz rechts unten sieht man rechts nur die Fehlstartsirene, nicht aber den Sieger. Auf dem 3. Platz kam noch Isario mit feinem Schlußakkord - wenn man den Rest des Feldes als eigenes Rennen versteht. Mein Respekt für die Umsicht am Start für Jean-Pierre Carvalho! Und notiere Il Divo!!!


Unten: und hinter dem Ziel noch einige interessante Fotos, die Sie so selten sehen werden. Erst Rolling Arrogance. Eine Schnauze wie ein Habicht und dazu eine Punkerfrisur. Richtig witzig das Pferd. Bei Nimble Boy hat man die Zunge festgebunden. Sie haben sicher schon mal gehört, dass Fußballer ihre Zunge “verschlucken”. Nun, das passiert den Pferden nicht. Aber leicht kann die Zunge aus dem Maul herausgedrückt und - bedingt durch das Gebiss - nicht zurückgeholt werden. Solchen Pferden - es sind nicht viele - bindet man die Zunge am Unterkiefer fest. Machen Sie das mal bei einem Fußballer. Das Pferd stört sich - so glaubt man zu wissen - garnicht oder vielleicht auch nur kaum. Ganz sicher stört dem Pferd es nicht, wenn es als Sieger von vielen Leuten getäschelt wird. Es spürt die Aufmerksamkeit. Auch Pferde haben menschliche Züge... Rechts der Sieger Il Divo. Ein Traumpferd, da kommt noch einiges nach. 


5. Rennen
Mit 2 Siegen aus drei Rennen kam El Dancer im 5. Rennen als Favorit an den Start. Zuletzt gewann er einen Ausgleich III im März; heute sollte es nun eine Klasse höher klappen. Die innere Box hatte Alter König, der damit zusehen mußte, einen guten Start zu bekommen. Besser konnte es Monolithos, der erst einmal die Spitze nahm, aber nicht wirklich führen wollte. Dahinter war aber bald El Dancer. Auch wenn nun fast das gesamte Feld möglichst weiter nach vorne zu kommen versuchte, das Tempo von Monolithos war nicht wirklich hoch. So kam El Dancer an die Spitze und konnte dort einen ruhigen Nachmittag verbringen. Ganz schlecht kam Lintero Directa aus der Box, der sofort letzte war und auch schon nicht mehr bemüht wurde. Auch Orlik hatte einiges eingebüßt, wurde dann aber sicherlich zu überstürzt gebracht. So ging das Feld - vorne El Dancer vor Monolithos und Tacamo, Lingfield, Orlik und Alter König ohne viel Veränderungen durch die Gegengerade; der zur Favoritengruppe zählende Directa King war auf den hinteren Rängen auszumachen. Schon Ende der Kurve griffen Tacamo und Lingfield an, doch verpuffte der Angriff und die ersten beiden Gegner waren ausser Gefecht. In die Gerade gekommen steuerte Jozef Bojko den Favoriten nach aussen, was zunächst dem Pferd überhaupt nicht behagte. Doch dann war er an den Aussenrails und zog seine Bahn. Die Gegner wurden nun eingesetzt und besonders Wellango machte nun Druck hinter dem Führenden. Bojko mußte nun doch zur Peitsche greifen, denn die Gegner waren schon fast an den Gurten, besonders Alter König fühlte ihn auf den Zahn. Einige Kandidaten, darunter nun auch Directa King und Monolithos sowie Wellango rückten vielversprechend auf. Doch dann faßte El Dancer endlich Tritt und löste sich noch einmal vom Feld. Am Ende war es ein leichter Sieg, danach sah es Mitte der Geraden aber nicht unbedingt aus. 


Alter König innen aus der Box heraus El Dancer vor Alter Köing + Directa King Bojko freut sich: Job gelungen!
6. Rennen
Den besten Start hatte Slovenia die damit die Tete nahm. Kadeau de L´est ging an Laviola vorbei die dann vor dem Favoriten Manduras und dem nun ins Mittelfeld vorstossenden Gallardo blieb. Am Ende die Rolle Drops vor Ocean Chat. So blieb es bis Ende der Kurve, wo zunächst Kadeau de L´est sich dskret nach hinten verabschiedete. Konnte Slovenia sich zunächst noch halten, hatte ganz aussen Ozzia einen Riesenmoment. Nun wurden die hinter Slovenia in Position gebrachten Pferde eingesetzt, so dass Slowenia schnell aus der Partie war und auch Ozzia zunächst aus dem Blickfeld kam. Vorne ging Laviola einen guten Schlußakkord, so dass der Favorit überraschend nicht dagegenhalten konnte, so sehr ihn Andre Best darum bat. Alle Zeichen standen auf dunkelblau, da Gallardo zunächst in die Nähe kam, aber dann etwas Luft brauchte. Dann zeigten die Hilfen von Andreas Suborics Wirkung und er zog dann doch an dem nun auch etwas nachlassenden Pferd unter Erika Branecka vorbei. Ozzia kam nun noch einmal in Schwung (im Bild hinter dem roten Dress von Manduras) konnte aber auch nicht mehr in die Dreierwette laufen, wenngleich man der jungen Reiterin mangelnden Einsatz wirklich nicht vorwerfen kann. Bilder unten: 


Gallardo E.Branecka nur knapp geschlagen: Laviola Gallardo doch vor Laviola und Manduras
7. Rennen
Das Listenrennen hatte einen Favoriten aus München. Wieso die Pferde aus München immer “ein paar Wochen länger brauchen” erschließt sich mir nicht. Es stehen in aller Regel eben nicht ganz so gute Pferde - auch ein Fink gibt die Pferde in den Westen. Aber natürlich ist Waky Love als Gruppezweiter ein Kandidat für ein Listenrennen, klar. Der Start sah in den Boxen einige Pferd sehr unruhig. Diese Phase wartete der Starter ab, bevor er die Boxen öffnete. So war es vor allem sein Verdienst, dass bis auf Antonym alle gut und in einer Linie aus den Boxen kamen. Waky Love wollte es von der Spitze machen und bekam sofort die roten Farben von Ammerland als Verfolger. dabei auch Hanover Lady.Antonym rückte kalkuliert drei Plätze auf und wurde zunächst in Ruhe gelassen. Vorne zogen die Pferde ihre Bahn bis am Ende der Kurve Hanover Lady schon bald aufsteckte. Morning Song ging hinter Waky Love zunächst bis zur Mitte der breiten Bahn. Dahinter ragte der erhobene Kopf von Antonym heraus, der in dieser - fast provokanten Haltung - ohne Mühe nun die Gegner vor ihm einsammelte und sich immer noch nicht strecken mußte. Nun drängten die beiden Führenden doch zu den äußeren Rails, so dass es Filip Minarik ratsam schien die äußerste Spur zu verlassen bis die Bude ganz zu ist und wechselte die Spur. Alles schaute auf diesen Zweikampf, so kam Antonym nun mit Siebenmeilen-Hufen und voller Ehrgeiz schnell an die Vorderen heran und führte schonk, als der Kommentator, der aber einen guten Job machte (Lob für Fernsehbilder aussprach und immer das Herz auf der Zunge trug), noch den Zweikampf Morning Song, der als 3. Favorit schon vor Waky Love war, kommentierte. So gewann der 2. Favorit vor dem 3. und eben Favorit Waky Love. Wieder Volksquoten und viel Freude am Geläuf. 


Waky Love vor Morning Song. Antonym Hinten kämpfen Morning Song und Waky Andreas Helfenbein legte auf einem über-
zeigt rechts die rote Kappe auf Platz 6. Love während Antonym bestechend siegte legenem Pferd einen überlegten Ritt hin.
8. Rennen
Nur ganz kurz war Pine Oak vor Japan in Front und das war schon der einzige Moment des Pferdes. Atullia, Fun Fire, Pine Oak, Japan Anna Royal und Favorit Masako gingen in so in die Kurve, am Ende Riada. Ende der Kurve viel Japan endgültige aus dem Rennen. Durch den Rückzug einiger Pferde war Ende der Kurve Fun Fire vor Anna Royal in Front, dahinter wo nun auch der ganz nach aussen genommene Masako in Schwung kam und Indian Sun an Fun Fire vorbeiging. Es waren nur wenige Galoppsprünge, da hatte Masako den schönen Vorsprung der anderen zunichte gemacht und zog weg wie ein Pferd anderer Klasse - dabei stiefelten Anna Royal und Indian Sun ihrerseits die anderen Gegnern geradezu aus den Stiefeln, wobei Indian Sun sogar den längeren Atem hatte. Es war eine 3-Klassen-Gesellschaft. Hinten Augl IV, davor Agl II und vielleicht ein Gruppepferd. 


Anna Royal mußte erst ganz zuletzt passen und wurde von Indian Sun überrollt. 3-Klassengesellschaft: Sieger-II/ III-Rest
9. Rennen
Eine der beiden Reiterinnen zog zurück und so kam Ulrike Timmermann als einige Amazone im Hürdenrennen an den Start und drückte dem Rennen gleich einen Stempel auf. Nacqueville nahm die Spitze vor Rodondo und Summernight Star, Lady Revens uns Nausika. Die Vorderen sprangen sehr schräg nach aussen und schon nach dem ersten Sprung mußte Pasimani wegen rutschendem Sattel angehalten werden. Da auch beim 2. Sprung vorne alles schräg sprang, war beim 3. Sprung Desert Ghost in Front und sollte diese Position bis zur ersten Zielpassage halten, dann war aber Rodondo nicht mehr gewillt ein geringes Tempo zu akzeptieren. Nautika war bald in der Nähe. Summernight Star konnte den dritten Platz nicht lange halten und so war schon weit vor dem Ziel die Dreierwette perfekt: Rodondo am Ende sehr sicher vor Nausika und diese überlegen vor Lady Revens und dem müden Summernight Star.


Desert Ghost mit Ulrike Timmermann Nausika, Paul Andrew Johnson Rodondo, Dirk Fuhrmann


Summernight Stars, Vlatislav Korytar Lady Revens, Cevin Chan (siehe 1.Rennen) Nacqueville, Jan Korpas


Pasimani, Pavel Bradik Die 5 Phasen des Sprunges: Alles geklärt: Rodondo vor Nausika und
links: wiederaufnehmen nach dem Sprung Lady Revens
2.v.l: anreiten zum Sprung
3. v.r: Rodondo vor dem Aufsetzen
2.v.r: im Sprung
rechts: Absprung
10. Rennen
Das erste Bild zeigt das Feld rund 200 Meter nach dem Start als Miami Tallyce aussen die Spitze eroberte und diese sicher festhielt. Semicolon, Kidbrother und Lucky Directa gehen mit Twingo in dieser Reihenfolge in den Bogen. In der zweiten Reihe suchte Eurako eine ruhige Position in 2. Spur vor Kallimix und Jermyn Street. Diese Gruppe stiefelte eine relativ ruhige Fahrt bis in den Bogen, wo Twingo als erster nicht mehr wollte, aber mußte und sollte. Aussen ging Miami Tallyce überraschend gut und blieb noch in Front, als der aus dem Ausgleich III und 2. Reihe kommende Eurako nun mobilisiert wurde. Man sah wie stark verbessert das Pferd war, welches man ja sogar in ein Listenrennen schickte - zumindest zu diesem Zeitpunkt war das Pferd nicht weit genug. Ohne irgendeinen Zweifel ging das Pferd von Hans-Heinrich Jörgensen vor das Feld. Das Rennen war ja nicht besonders schnell und die hinteren Pferde waren noch nicht in Position als die vorderen Pferde Ernst machten. So konnte keine mehr die Lücke zu der Dreiergruppe schließen, ja man könnte sagen, alle verschliefen das Rennen; ausser Twingo dem nun Beine wuchsen und noch gut an Miami Tallyce vorbeikam. Kidbrother hielt am Ende Oriole nicht standhalten. Ohne besondere Momente dann Philosoph und der Rest des Feldes. 


Der 3 (li) und der 2. (re) gleich vorne dabei dahinter (li) aussen 5. der Sieger Eurako souverän vor Twingo und der stark endenden Miami Tallyce (die 3 Pferde links)
Ich höre gerade:Rekordbesuch in Hannover! 12.600 Zuschauer und sagenhafte 214.000 € Umsatz.
Glückwunsch! Leistung zahlt sich halt aus!!!
Ich hoffe, Sie hatten Vergnügen am Bericht! Ich ja - auch wenn es wieder mal viel Arbeit war. Bis denn
Und ein ganz besonderer Gruß an die Crew des Hannoverschen Rennvereins, der netten Dame an der Info und Frau Born.
Nicht vergessen - und das sollte man auch mal öffentlich sagen dürfen - will ich die Sponsoren, die diesen Renntag kräftig unterstützen. Ich komme aus der Branche (also lobe ich gerade die Konkurrenz..) und weiß, wie sehr der Galopprennsport Sponsering nötig hat; ich weiß aber auch, wie wichtig der oft hohe Einsatz der Agenten ist, auf der Suche und Pflege ihrer Kunden. Es ist sicher eine tolle Chance, einmal alle >seine< Kunden unter einen Hut zu bekommen und ein guter Gastgeber zu sein. Die Idee die Vertretungen der VGH ins Spiel zu bringen ist Klasse. Und tatsächlich habe ich im Publikum mehrfach gehört, wer denn VGH ist oder dass man dort auch versichert ist. Tolle Sache für alle Parteien!
Vertriebschef: mach´s doch auch mal!!!
- Ihr Mz