Gute Jockeys - schlechte Jockeys

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Here we are... wie man heute sagt. Also ich berichte über Stefan Hellyn und die “Profis” die auf ihn setzen. Natürlich muss man nicht meiner Meinung sein und viele haben sich schon darüber fusselig geredet, dass ich nicht nur eine Meinung habe, sondern sie verbreite. Dabei könnte es mir doch sehr recht sein, wenn die Leute ihr Geld aufs falsche Pferd (oft nur wegen des falschen Reiters) setzen. Ist es mir aber nicht, denn das verträgt sich mit dem Sinn meiner Seite (alle die wollen, die sollen... mehr kassieren statt verlieren).
Die wesentlichen Dinge, die ein Jockey beherrschen muss ist:
 
eine ruhige Hand (wenig Störung als ohnehin durch die Trense gegeben)
Taktische Fähigkeiten (Erkennen der Pace, Einstellung hierauf und Nerven, damit das Pferd einmal durchatmen kann)
guten Sitz, um das Pferd nicht zu stören - oder vielmehr kaum, denn stören tut ein Jockey allemal, ein Reiter nochmehr

Tja, was hat das mit Herrn Hellyn zu tun? Nun, ich werde hier wenig reden. Erst einmal rufen Sie bitte das Video Archiv auf (z.B.
www.pferdewetten.de) und gucken sich das 5. Rennen aus Neuss am 10. Februar 2008 an. Hellyn ist hier mit Point Pleaseant (gelb mit Storch auf Rücken) bald 5., dann 4., 3. und dann sogar 2. Und nun sind wir im Endkampf. Aus der 3. Position heraus greift Sunny General an und geht vorbei. Achten Sie auf den Jockey. Ganz ruhiger Rücken, Ihr Bierglas darauf würde nicht überschwappen. Dahinter kommt schon Bassow ins Rennen und geht bald vorbei. Steffi Hofer - auch sie trägt Ihr Glas, als Sieger nun allerdings mit Sekt gefüllt , ohne Gefahr für den Inhalt. Und dann kommt auch noch Pascal Jonathan Werning ins Rennen. Nun, die Cola auf dem Rücken schwappt zwar nicht, aber der Jockey wippt mit dem Kopf wie ein Wackel-Dackel in Onkel Walters Käfer auf der Hutablage. Es sei ihm verziehen.

Wie, was? Ach, Sie meinen innen, die Ente? Nein, dass ist Stefan Hellyn. Geniessen Sie das Video ein zweites Mal. Im Vordergrund drei Reiter mit guter und zweimal sehr guter Haltungen. Und im Hintergrund hüpft ein Flummi, wenn Sie wissen was das ist. Ein Vollgummiball, der schier unermüdlich hüpft. So wie Stefan Hellyn im Hintergrund. Vergleichbar mit dem Neger auf dem Zebrastreifen: man sieht ihn, man sieht ihn nicht. Man sieht ihn.... so auch Stefan H! Er hampelt auf dem Pferd, mal oben mal unten. Mal überragt er alle - obwohl hinter den 3 anderen Pferden/ Jockeys - weil er gerade im Aufwärtstrend, dann sinkt er in den Sattel - bumms. Man sieht ihn, man sieht ihn nicht, man sieht ihn.... Natürlich muss der Jockey sich im Endkampf notfalls auch rühren, aber den Druck doch bitte nicht auf den Sattel, sondern nach vorne über den Hals um einen verlängerten Galoppsprung zu erzwingen!

Alle möglichen Beschimpfungen habe ich gelesen. Und ich lebe - recht gut sogar. Also stimmen Sie zu, lehnen Sie ab. Gucken Sie das Video geniessen Sie es oder schütteln sich vor Lachen - ganz nach Belieben. Trainer, engagieren Sie den Reitersmann oder wählen Sie einen Jockey. Wetten Sie weiter den Einen oder diesen, die Andere oder DIE Andere. Es ist Ihre Entscheidung. Ich habe meine längst getroffen. In diesem Sinne und unabhängig von Ihrer Meinung: Weiter viel Spaß beim Galoppen!                                                                                           
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03. Oktober Mülheim: Sandor Nemeth
Sandor Nemeth: Da hat sich Sandor meine Kritik deutlich zu Herzen genommen. Geht in Mülheim mit Blue Ski Girl – das Pferd kennt er bestens – früh an die führende Sun of Florida heran und auf einen kleinen Vorsprung vor dem Feld. Kommt in die Gerade und führt – als 464:10 Favorit erst einmal recht deutlich. Es hat zwar Mühe die Peitsche stecken zu lassen, tippt aber nur auf die Schulter. Korrekt, so soll es sein: kleine Aufmunterung nachdem er das Pferd erst einmal hat durchatmen lassen. Erst als Laveya kommt, nimmt er die Peitsche. Doch Laveya, kaum unterstützt ist andere Ware und zieht leicht und locker auf und davon. Dahinter hängt Eve Meutzner auf dem Pferd und muss sich ohne jede Gegenwehr den dritten Platz von Candy Sue nehmen lassen; Po etwas anheben Eve und dann mal kräftig die Zügel ins Genick des Pferdes drücken und auch ein (!) Klapps mit der Peitsche hinten links hätte es verhindert. Aber bei Eve gebe ich alle Hoffung auf...(auch im späteren Rennen wurde die Peitsche nur dosiert eingesetzt)

Weiter so Sandor! Ich habe mich riesig gefreut! 

Lange nichts mehr geschrieben zu diesem Thema. Vielleicht kommt noch etwas zum Kölner Schnipp-Schnapp-Rennen (wer es gesehen hat, weiss was ich meine) vom Samstag. Hier geht es um
Andreas Göritz
24. September 2006, Bremen, 6. Rennen. Ich habe gerade einige Anfragen von neuen Lesern erhalten (wieso die mich gerade jetzt “findenâ€, ist mir ein Rätsel), die u.a. wissen möchten, wie man einen guten bzw. einen schlechten Jockey erkennen kann. Möchten Sie das erklären? Ist schwer, nicht wahr? Da hatte der A. Göritz ein Einsehen und gibt eine Vorstellung par excellence - soweit es das Thema “Schlechte Jockeys†betrifft.

Im 6. Rennen in Bremen starten u.a. zwei Pferde aus dem Auenquelle-Stall und Göritz mit Südsturm - Trainer Steinmetz. Ich gehe einmal davon aus, dass der Steini sich dachte, dass das Ost-Auenquelle-Pferd die Pace für das West-Auenquelle-Pferd macht und das Rennen entsprechend schnell wird. Also wird er - logisch - seinem Reiter gesagt haben, das er das Pferd erst einmal hinten halten soll.
Nur.... eine Reitorder hat nicht nur eine Dimension (einhalten auf Deubel komm raus), sondern ist zu interpretieren. Und genau darin unterscheidet sich (neben anderen Dingen) ein guter vom schlechten Jockey! Der Jockey hat zu taxieren, ob ein Rennen schnell (in diesem Fall war es ja erwartet worden) oder gut oder zu langsam ist. Je nachdem muss ein guter Jockey entscheiden, ob er bei der ausgegebenen Order bleibt oder ob er kreativ die Order abwandelt.

Er, Göritz, hätte merken müssen, das die Pace viel zu langsam ist. Was ist die Folge, wenn die Pace zu langsam ist und “ich†mit dem Pferd hinten bleibe? Irgendwann - und das ist garantiert - wird das Rennen abrupt schnell gemacht; wie soll ein Pferd, welches hinter schneller bis “voll†gehenden Pferden liegt, diese überholen können? Das geht nur auf, wenn die Gegner zu früh gehen. Nur das weiss der hinten gehende Jockey ja nicht vorher. Also muss er bei einem langsamen Rennen sich bemühen weiter nach vorne zu kommen. Wenn es nicht in der Spur 2-3 geht, dann kann er bestenfalls versuchen ganz innen in einer Kurve Platz zu sparen. Bei kurzen Rennen ist die letzte Kurve zu spat. Deshalb in der Geraden den Weg nach vorne gehen - noch vor der letzten Kurve in die Positionen 2-4 kommen. Alternative in der Kurve gaaanz innen auf Glück und Platz hoffen.

Andreas Göritz machte dazu noch falsch, dass er sein “normal†angehendes Pferd derb “festzuhalten†versucht (zieht extrem stark am Zügel). Folge 1: Das Pferd hat schon nach wenigen Metern keinen Anschluss zu den Gegner mehr. Folge 2: das Pferd ist irritiert, weiss nicht, ob es überhaupt noch gehen darf. Wenn dann die Peitsche kommt um das Pferd schneller zu machen, dann weiss das Pferd gar nichts mehr - der erste Schritt zu einem Pferd, welches “unehrlich†wird (unehrlich bedeutet aber entgegen dem Wortlaut nur, dass das Pferd aus 1000 oder 1 Grund nicht mehr die volle Leistung abrufen kann. Kappes sagt manchmal auch, dass das Pferd “lesen und schreiben†kann.).

Glückwunsch A.G., vielleicht mal etwas Video gucken. Suchen Sie sich schnelle, normale und langsame Rennen heraus und studieren dann Pferd für Pferd (Jockey für Jockey) den Rennverlauf. Also jedes Rennen so oft gucken wie Pferde am Start. Und das über alle Distanzen. Aufwendig, ja, aber für einen Profi zweifelsohne Pflichtprogramm!

Nachsatz an alle Göritz-Fans: Wetten Sie ruhig weiter auf Göritz und feuern Sie ihn an, aber ersparen Sie mir Ihre (andere) Meinung. Jedem das Seine! OK?

Ich habe da heute in Kölle auch Jockeys gesehen, die reiten nicht, die schlagen; eine derzeit beliebte Tätigkeit bei vielen deutschen Jockeys auf deutschen Rennbahnen (auch wenn einige Gäste genau dadurch auffielen). Auch darauf, liebe Leser, sollten Sie achten: wenn ein Jockey in jedem Rennen in der Geraden die Peitsche auspackt, sollte er auf ein Sklavenschiff, aber bitte nicht auf ein Pferd. Gepeitscht werden Sklaven, Pferde werden geritten. Das sehen Trainer und Besitzer und kostet Ritte- tut mir leidSandor Nemeth. Ich sah schon bessere Ritte von Ihnen! (dazu sollte man flacher sitzen, auch wenn strittig, ob es was bringt)

Die Hexerin
Sicher, auch Minarik und Bojko gewannen heute zwei ihrer sechs Rennen. Aber die Art und Weise, wie die Fey reitet, ist einfach sensationell. Nicht nur die Dresdener waren begeistert von den Ritteskünsten der jungen Dame.

Wären wir beim Fußball, würde Bayern München 5 Millionen auf den Tisch legen. Wenn ein deutsches “Mädchen†in näherer Zukunft ein Grupperennen gewinnt, dann kann sie nur Carina Fey heißen! Ich bin gespannt, ob die “großen†Trainer sich der Dienste der Hexerin bedienen und wie es dann nach der Lehre weitergeht. Jeder weiß, Ich bin eher kritisch beim schwachen Geschlecht (beim Galopprennen noch viel mehr...), aber hier sehr ich alle Chancen! (PS.: in diesem Falle handelt es sich wahrlich nicht um eine Hexe, sondern um “die Hexerinâ€).
Dresden, 29.04.06

Maria Papke. 14. Januar 2006, Dortmund 5. Rennen.
Mir fiel das “Mädchen†schon in HH auf. Oder besser gesagt meiner Mutter. Ich hatte mit meinem Tipp nicht ganz so viel Glück, es war auch kein Pech. Es war Maria Papke! Kaum hatte ich gesagt “schade, wenn die Zweite wird, dann schnackelts†jubelte Mutter aus: “Ich hab die Dreierwetteâ€. Respekt sagte ich, das Mädchen ging gutes Rennen. Eine der ganz wenigen Reiter in unserem Lande, die den amerikanischen Stil bevorzugen. Mehr dazu gleich. Damals war es noch einfach. Sie ging vorne weg immer eine Länge vor dem nächsten Gegner, ganz nach Order. Braucht nur das Glück haben, dass keiner zu viel Dampf machte. So ging es damals Start-Ziel. Heute war es anders. Das Tempo war nicht schlecht. Sie mußte sich schon etwas rühren. Nicht mal Subi kam mit To All mit, obwohl er vorne gehen wollte. Die Frage, gehe ich nach vorne oder nach innen beantwortete sie mit, ich bleibe in zweiter/ dritter Spur aussen, ging einen Strich. Innen führt Pedroza, der auch eine tiefe Haltung innehat, aber nicht ganz so amerikanisch, weil er den Po immer in den Himmel steckt - der Rücken aber auch ganz ruhig. Maria Papke, hat eine Linie, der Kopf noch etwas hoch, da würde eine Wasserwaage keine Bewegung und eine ebene Fläche melden. Die Knie fangen alles ab, schonender kann man ein Pferd nicht über den Kurs bringen! Da das Tempo etwas varierte, war sie (respektive das Pferd) mal mit Nase in Front oder auch nur Dritte. Zu Beginn der Gegengerade merkt sie, Veltins verliert den Rhythmus, Zeichen der Schwäche. Sie nimmt beide Fäuste zusammen und stellt sie nebeneinander auf den Pferdehals - drückt kurz und energisch, das Pferd geht einen Tick schneller und vor allem besser. So langsam schiebt sie in einer nur ganz gering gesteigerten Geschwindigkeit das Pferd vorbei; doch bevor sie den kurzen Weg einnehmen kann, schiebt Suborics sein Pferd energisch innen am nun wankenden Veltins vorbei neben das Papke-Pferd. Schon Ende der Geraden sah man die Quittung. Alles im Rennen hatte sich verschoben, der eine hatte sein Pulver verschossen, der andere mußte nun die ersten Reserven freimachen um die Position zu verbessern. Maria saß immer noch ruhig als wenn Sie die Kaffeetasse in der Hand hielt. Subi schob den Gegener nun gewaltig, setzte sich kurz hinten rein um das Pferd unter dem Hintern nach vorn zu drücken, hatte Mühe ihn bei Laune zu halten. Der Favorit On my Own mit Norman Richter, taktisch klug immer an Position 5 und in einer Pace gehalten, wurde so ohne Gegenwehr schon Dritter, weil ihm innen alles entgegenflog. Norman machte in der Kurve bald ernst, Subi schob und schob. Ende der Kurve stellte Maria die Kaffeetasse ab, nahm die Peitsche rechts innen geführt kurz nach oben neben das wachsame Auge des Schützling, tickte kurz und kräftig die Schulter an und schon begannen die Muskel verstärkt ihre Arbeit. (Man merkt, ich lese Dick Francis, oder?). Das Pferd gewann Meter um Meter, On my Own setzte sich von den Gegnern ab, kam aber nicht heran. Erst jetzt sah man, dass Maria den Popo etwas tiefer setzte um das Pferd hinten heraus zu drücken - bereitwillig tat das Pferd was es sollte und machte sich lang und länger. Die zweite Mahnung per Peitsche kam schon nicht mehr in Betracht, das Rennen war unter Dach und Fach. Klasse Ritt. Stilvoll, ästhetisch und ohne jeden Tadel, weil die Peitsche dezent eingesetzt. So wünschte ich mir alle Rennen. Da gibt es einige “Alte Hasenâ€, die sich dieses Video in aller Ruhe anschauen sollten, bis es begriffen wird. So werden Pferde nicht “hartâ€, sondern behalten Freude am Rennen ein Leben lang!

Suborics, 14. Januar 1006, 5. Rennen
Ich muss nichts mehr sagen, weil alles im Beitrag zu Maria Papke gesagt wurde. Nur soviel: Die Jockeyship von Andreas Suborics war beeindruckend. To All hat bislang wenig gezeigt. Darum nahm man sich vor, dass Pferd mehr von vorne zu reiten. Leider kam das Pferd - es fehlt (noch?) an Grundschnelligkeit - nicht weiter nach vorne. So bugsierte Subi sein Pferd im Mittelfeld liegend sein Pferd ganz nach innen. Dem Risiko das innen alles versperrt wird, stehen 20-40 Meter längerer Weg aussen entgegen. So wartet er hinter den Gegner in 3. Reihe. Bald schon ergibt sich in der Kurve, dass das vor ihm liegende Pferd etwas nach aussen tendiert und er Durchschlupf findet. Wenig später ist der Führende am Ende und wankt - typisch für müde Pferde - mal nach aussen und wieder zurück. Genau das ist der Moment, wo er sich hinten reinsetzt, der Subi und das Pferd durch das Nadelöhr innen vorbeibringt und der Gegnerin (Maria P.) die Spur versperrt. Nur Pech, dass dem Pferd der letzte Dash fehlt und er weiter reiten muss und reiten und reiten. Es sieht immer wieder so aus, als wenn das Pferd den Dienst quittiert, mitnichten, Subi gibt nicht auf und den Ton an. Er lässt dem Pferd erst Ruhe, als er im Ziel Riverba hinter sich links sieht und ist auf dem DW Schein. Harte Arbeit wird mit neuen Ritten belohnt und vom Applaus der Fans! Danke Subi, es macht immer wieder Spaß, Ihre Ritte anzuschauen. Da führe ich gerne die Riege der Subi-Fans an (ich muss nur zeitweise raus, weil ich auch andere Jockeys gut finde, die Marias und so).

M. Pregel
: 23.04.05, Dresden 6. Rennen. Ich sagte ja der Junge kann reiten. Er hat nur ein nervliches Problem, ist wohl zu aufgeregt und nimmt zu Beispiel in München gern mal die äußere Spur in der Kurve. Habe ich ja oft gemeckert. Nun hat er es mal anders und sehr gut gelöst. In der Kurve wird es eng und vor allem schnell. Er taxiert das Tempo korrekt als zu schnell. Wer jetzt, in der Kurve kommen will, muss weit aussen herum. Daran scheitern ein guter Jockey wie Cook und ein erfahrener wie Czachary. So ist Pregel mit Turbo Molly Ende der Kurve ganz dicht bei den vorderen Pferden innen, während sich die Angreifer aussen um 30 Meter nach hinten versetzt, aber in Angriffsposition wiederfinden. Auch Anello hat weite Wege nehmen müssen. Urplötzlich kann Pregel die Stute flottmachen und ist bald an der Spitze neben Sidonia und im Ziel nach Zielfotovergrößerung im toten Rennen auf Platz 1. Genau so reitet man Rennen: clever, mit guten Nerven und vollem Einsatz (was ja nichts mit der Peitsche zu tun haben muss!). Gut so! Mach weiter so, dann kommen noch einige Siege hinzu.

Norman Richter: Köln, 23.04.05 2. Rennen: Er liegt mit Iason kommt nach ruhigem Start bald in das Rennen. Hat bald aussen einen Moment und rückt schön auf. Als er zwischen der 2. und 3. Reihe ankommt erreicht das Feld die Kurve. Anders als viele Reiter reitet er nun nicht weiter aussen herum und verschenkt Meter um Meter, sondern nimmt das Pferd nach innen und geht in 3. Spur durch die Kurve. Kaum ist das Ende der Kurve erreicht, nimmt er das Pferd etwas nach aussen, findet sofort eine Lücke und zieht unaufhaltsam vor das Feld. Wieder mal ein Riesenritt vom Speedspezialisten Norman Richter!

Frau E. Branecka: Dresden am 23.04.05 2. Rennen. Reitet Sie oder hält sie sich fest? In Position zwei liegend neben Königsbotin geht sie in die letzte Kurve. Plötzlich strebt das Pferd aus der 2 Spur in die 5 oder gar 6. ohne das die Reiterin versucht mit Gewichtsverlagerung das Pferd innnen dicht neben dem Konkurrenten zu halten. So verliert sie schon wertvolle Meter. Kaum in der Geraden, sie sitzt mit dem Po etwas nach rechts versetzt, wackelt mit den Zügeln, aber sie schiebt nicht. Dann ein Klapps rechts vom Pferd und Ende. Nun nimmt das Pferd wieder das Geschehen an sich (gab es das jemals ab?) und weicht nach innen und behindert den - allerdings chancenlosen - Prairiewolf. Glückwunsch Herr Grube, wenn ich mal einen Esel habe, gebe ich den zu Ihnen ins Training!

Steffi Hofer
06.02.05: Ich sage noch “Aber die Reiterin...! und die versiebt es. Warum die Rennleitung die Reiterin befragt, verstehe ich nicht. Konnte doch jeder sehen. Wie bei solchen Rennen immer, gehen die Aussenseiter nach vorne und versuchen das Tempo zu verschleppen. Dann gegen Ende ist auch gegen solches Pferd genügend Kraft, weil nicht verpulvert, da um das Tempo langsam aber sicher zu steigern, so dass der Favorit das “mehr†im Tank nicht reicht um heranzukommen, wenn, ja wenn “das†Pferd nicht sein Rennen macht, sondern sich ein Rennen machen läßt. Ob aussen gehend oder nicht (aussen ist in Dortmund oft garnicht so schlecht! Siehe l8. Rennen am 5.2.05) war nicht ausschlaggebend. Jeder weiß, dass das Mädchen keine Erfahrung hat und nun weiß auch jeder, dass sie kein Tempogefühl hat. Sonst hätte sie diese Taktik - warum hat Papa sie nicht gewarnt? - erkennen und schon in der Gegengeraden kommen müssen. Das Pferd braucht eh immer einige Meter um wirklich anzuziehen. Die Reiterin schob erst, als die vor ihr gingen und dann reagiert das Pferd erst nahc 50 Metern und schon war die Lücke zu groß. Also wieder ein Kapitel “GJSJâ€.


26.12. Rennen 5. Rennen, Neuss: ein ganz cleverer Ritt von Melanie Sauer. Ganz außen muß sie in das Rennen. Sie orientiert sich nicht überhitzt zur Mitte. Man sieht deutlich wie sie die Gegner taxiert. Sehr schnell erkennt sie, das Tempo ist dieses Mal eher vernünftig, also geht sie an die vorderen Pferde heran, aber zunächst nicht vorbei. Auch als Imperial Lark einen Vorstoß macht (Order? Das Pferd muss mehr aus der Reserve kommen, obwohl zugegeben das Tempo zeitweise zu sehr verschleppt wurde. Insofern zu dem Zeitpunkt mögliche Variante) bleibt Melanie Sauer ruhig und bleibt beim Tempo. Dann kommen die Lücken und sie ist bald aussen zweite. Mitte der Geraden klarer vorne bis Bengasi kommt (das sah besser aus als im 3. Rennen). Kurz schien es eng zu werden, aber Melanie wirft alles in die Waagschale und holt auf den letzten 30 Meter ihren Vorsprung heraus. Klasse! Besseres haben wir derzeit mit Erlaubnis nicht zu bieten, besser geht es auch kaum.
Und streng genommen setzt sie im 7. noch einen drauf: Apianus macht die Pace und Melanie läßt dem Pferd Zeit. 1900 Meter in Neuss, da kann man Meter sparen. Geht innen immer auf dem letzten Platz. Auch wenn die Gegner nicht zu verachten, aber wenn es geht, dann nur so! Immer schön dranbleiben und dann in die Südseite (vorletzte Gerade). Jeden geschenkten Meter einsetzend geht sie nun ganz nach aussen. Beinahe nebeneinander gehen alle 6 Pferde bis die letzte Kurve kommt. Die gesparten Meter fraß die letzte Kurve - gut aber da war ja das geschonte Rennen. Ganz aussen, ohne jede Störung und ohne Risiko kommt sie dem führenden Lysander immer näher und näher. Ohne das Fehlgewicht des später disqualifizierten Siegers hätte es sicher gereicht. Da hat sie es den Profis aber mächtig gezeigt.

 6.12. - 3. Rennen, Neuss : der meiner Meinung nach überschätzte M. Figge zeigt sein “Könnenâ€: in der Zielgeraden angekommen steht er - wie ein Radrennfahrer nach dem Ziel - vollkommen aufrecht. Auch wenn Pan Krischbin behauptet “jetzt kommt Oasis Songâ€, es war nicht so. Erst als Moqui Marble und Sharp Maid vorbei sind, kommt die rechts geführte Peitsche (hat er oder hat er nicht) und begibt sich in Rennhaltung. Nun verliert das Pferd keinen Meter mehr, eher kommt er näher. War das das Können eines designierten Champions? Nachzusehen unter galopprennen.tv - wenn man dort ein Guthaben hat...

Neuss, 14. November 2004, 10. Rennen:
Und was habe ich zu Cilla Riese (Nomen est Omen) gesagt? Macht seit langem mal wieder ein Rennen in Deutschland und gewinnt wie sie will. Ein grandioser Ritt. Anders als ich erwartete (und beim letzten Rennen so praktiziert) ließ sie das Pferd langsam auf die Beine kommen, ging aussen in aller Ruhe an die Pacemaker heran und - nur mit den Händen geritten, welche Delikatesse! - nach vorne und verabschiedete sich nach Belieben. Nachdem ich mich vor 9 Monaten über einen Ritt der Cilla negativ äußerte, reagierte sie mit Trotz und zeigte es mir: ich kann mehr als du denkst. Stimmt, da hat sie Recht und beweist ein Kämpferherz! Das gefällt mir! Seit Monaten weise ich darauf hin: eines der größten Talente unter den Amateurreitern und niemand merkt es! Nur eine Ausnahme wohl:
Frau M. Weber ritt das Pferd nicht selbst, sondern gab es - obwohl im Bereich des eigenen Gewichts - der Reiterin mit Zukunft. Kompliment Frau Weber! Ich bin gespannt, wann die anderen Trainer es endlich merken Cilla ist ein Riese, der kleinste Riese vielleicht, aber sie finden Sie mal eine bessere Nachwuchsreiterin...

Neuss, 14. November 2004:
So kam Sandor Nemeth - und wenn es ihm einer gönnt, dann ich - zu seinem zweiten Tagessieg und in der neuen Sandbahnsaison sogar zum 3. Siegin nur 10 Sandbahnrennen (die er ritt) und dazu auch 3 zweite Plätze; also 60 % aller Rennen in der Dreierwette. Welcher “Große†kann das nachweisen? Auf Sandor Nemeth weise ich seit 9 Monaten hin. Trotzdem bekommt es selten “gute Dinger†und macht seine Siege oft zu hohen Odds. Nun hat man allerdings langsam den Namen verinnerlicht, so dass die Quoten kaum noch 3-stellig sind. Nur eines muss er nun noch lernen: in der Endphase die Peitsche schwingen und nicht permanent einsetzen. Dann kann er wirklich in die Spitzengruppe vorstossen. Also Sandor, mal das 3. Rennen vom 31.10.04 in Mülheim anschauen. Na sonst hat Sandor ja nun den Schlüssel gefunden und nähert sich der Perfektion. Alles Gute weiterhin - und vor allem viele Ritte, denn nur dann kommt man weiter (stimmt schon Ihre These Frau R.!)
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Schlotthauer, Andreas Magdeburg, 9.10ö.04 2. Rennen
Legt die bestechend gehenden Red Sun in 7. Spur um alle Ecken. Nur in letzter Ecke in Spur 5.  Verliert so rund 50-70 Meter. Wie soll da ein Pferd noch gewinnen können? Man kann zwar in Magdeburg nicht vom letzten Platz gewinnen (viel zu kurze Einlaufgerade), aber aus der 7. Spur auch nicht. Da legt man sich in 2. Reihe in Spur 2-3, notfalls gar in Spur 1, da hat man dann noch alle Chancen. Lieber Andreas, Rennfilme der Orte vor dem Ritt studieren. Rennfilm des Rennens zeigt Dir dann: Der Sieger lag immer in drittletzter Position und sparte Meter. Kam dann am Ende gut auf und in 4. Spur in Zielgerade wo Reiterin dann nach ganz aussen ging und locker gewann. Dahinter übrigens auf Platz 3 das Pferd, was lange gaaaaanz hinten

Panov, Wladimir
1. 9.10.04 2. Rennen in Magdeburg Lady Revens kommt schlecht aus der Box. Panov läßt das Pferd einfach in Ruhe hinter dem Feld und geht erst auf die letzten 800 Meter näher heran und in der Geraden nach aussen genommen an den Gegnern noch locker auf Platz 3. Beim besseren Start ist das beim nächsten Start wohl schon ein Sieg.
2.9.10.04 7. Rennen in Magdeburg. Versteckt das ganze Rennen über Ciano im Feld. In der Einlaufgeraden nur mit den Händen geritten und ganz amerikanisch (flach wie eine Flunder!) schiebt er das Pferd Meter für Meter an den Gegnern vorbei zum Sieg. Da hätten andere Jockeys 3 Peitschen verknallt. Klasse Wladimir!

Suborics, Andreas
 8.10.04, 4. Rennen in München, liegt in guter Fahrt mit Regent Lakes von anfang an in Front. Als die Gegner Ende der Kurve kommen und gleich vorbei gehen, hält “Subi†sein Tempo, geht nicht unnötig mit. Er bleibt aber immer bei den vorderen Pferden. Er bewahrt so die Reserven, um kurz vor Ziel seinem Pferd zu flüstern: es geht los. Und es ging los. Das Pferd schoß überall vorbei zum lockeren Sieg. Solche Ritte sah man früher nur von Tylicki! Weltklass