Kleine Felder, groĂźe Gelder
Klaus Göntzsche galt lange Zeit als „Erfinder“ dieses Spruchs. Nur blieb er eigentlich immer den Beweis schuldig, dass es so ist, wie es die vier Worte vermuten ließen. Kein Beweis, keine Erklärung, vier Worte = ein Spruch. Göntzsche und viel Worte. Irgendwann – so habe ich den Eindruck – schien der Druck ob dieses Spruches zu wachsen und dem schien er nicht mehr gewachsen. Also beeilte er sich anzumerken, der Spruch komme ja gar nicht von ihm, sondern vom anerkannten Pferdemann „Addy Furler“. Ja denn.
 
Ein guter Spruch beschränkt sich nicht nur auf die Worte, sondern beschreibt eine Geschichte
(Und diesen Spruch, den können Sie sich an die Wand hängen, der ist von mir...)
Aber egal von wem der Ur-Spruch ist, ich denke, da steckt weit mehr drin, als die 4 Worte vermuten lassen. Was meint also der Spruch von Herrn Furler (oder von welchem Kenner auch immer). Denn meist gibt es doch – zumindest auf die Dreierwette bezogen – verdammt wenig Geld wenn wenig Pferde laufen! Hat der Autor dies nicht bemerkt?

Und ob! In Feldern mit – sagen wir mal mit mehr als 9 Pferde – gibt es oft Rätselraten. Hier eine Chance und dort. Und dann könnte, wenn er wollte oder der Andere sollte und jener will und der andere nicht spinnt. Wer denn nun, wer gewinnt? Unüberschaubar – 2, 3, 4 oder 5 Pferde kommen für den Sieg infrage. Fünf?

Nun nehmen wir mal 5 Pferde als Starter und was entdecken wir. Das überschaubare Feld lässt meist oder oft einen klaren Favoriten entdecken - und die Wetter nicht mehr los. Also schauen wir uns doch mal die beiden Rennen an.

10 Pferde am Start. Einer soll gleich nach vorne gehen und führen. Sagt aber auch der andere Trainer. Und die Nächsten meinen, man solle ganz nahe bei den Führenden bleiben und dann in der letzten Kurve sich langsam auf die Socken machen. Und schon ist das Rennen schnell genug für Speedpferd: die sollen erst einmal „auf die Beine“
*)  und dann spät aus der Reserve kommen. 50 Meter in die Gerade und dann ganz auĂźen, dort wo der Boden noch gut ist, angreifen. Die Peitsche bitte rechts fĂĽhren, damit das Pferd nicht nach innen drängt. Und dann schau´n mer mal was geht.  Also eigentlich ein ganz normales Rennen. FĂĽrwahr, ein ganz normales Rennen. Fast immer, wenn ausreichend Pferde am Start. Es findet sich eigentlich immer einer der „geht“, was meint, der die Pace macht und versucht, das Rennen von vorne so zu gestalten, wie das Pferd es braucht.

Und nun schauen wir auf das Rennen mit 5, 6, 7 oder manchmal auch 8 Pferden. Manchmal, ja eigentlich fast immer läuft es ganz normal. Einer geht freiwillig nach vorne, zwei bis drei Pferde bedanken sich und reihen sich dahinter ein. Und einer will immer aus der Reserve. Also so ein Rennen, nein dieses Rennen meinte der Spruch-Autor ganz sicher nicht.

Doch dann kommt es in jeder Beziehung knüppeldick! Keiner geht – oder alle. Aber meist – wenn dann – keiner. So wird ein 2000 Meter Rennen im Canter bis zur 800 Meter Marke gelaufen. Und irgendwann, früher oder später greift einer an. 1200 Meter vor dem Ziel oder erst 500 Meter davor. Was für ein Ausgang: der haushohe Favorit ist schon geschlagen und das sieglose Pferd 7 Längen in Front. Die Gegner kommen, doch auch das Ziel. Wer ist schneller – das Ziel oder die Gegner. Pech gehabt ihr Gegner und Wetter, das Ziel war schneller. Die Quote 16.662 € in der Dreierwette. Na und? Bei 8 Pferden! Ach so, ja denn.

Was wollte uns der Autor denn nun eigentlich sagen? Vielleicht dieses: bei kleinen Feldern gibt es öfters als “gefĂĽhlt”  ein „falsches“ Rennen. Sprich: alles läuft anders als jene Pferde es brauchen, die als die „Gemeinten“ gelten. Und so freut es die Ungemeinten ungemein und stecken sich die Euros ein (wieder einer von mir).- OK, dies klingt ein wenig nach Göntzsche, aber am Ende hat Göntzsche den Furler nicht so ganz verstanden – Sie nun schon. 

Das zeigte sich - natĂĽrlich - auch am 11.05.08. Z.B. in Hoppegarten im 5. Rennen. Dort war der Favorit (17:10) nach Zielfoto nur 4., Es gewann ein 102-Pferd vor einem 172 und einem 88. Und die Dreierwette zahlte feine 5.016.
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*) meint: in aller Ruhe den Rhythmus finden, nichts ĂĽberstĂĽrzen und den Adrenalinhaushalt schonen