Kundennähe.
Wie viele Rennbahnen gibt es in Deutschland? 20 A-Bahnen oder sind es schon wieder weniger? Wer zählt die B-Bahnen und die C-Bahnen (die gibt es m.M.n. nur noch beim Trabrennen)? Wie weit hat es der Kunde zu nächsten Rennbahn? Wie gut kann er sie erreichen? Zwei Antworten aus dem räumlichen Bereich mag es geben: Bad Harzburg und mehr noch Cuxhaven! Wenn in Cuxhaven die Wattrennen sind, finden Sie keinen Parkplatz in Umkreis von 5 Kilometern ohne Gebühr. Die Nummernschilder zeigen Ihnen: 95% Besucher sind Urlauber. Die Zuschaueranzahl wird zeitweilig mit 40.000 beschrieben. Mehr als beim Derby sind es aber wohl nicht. Doch 5.000 Zuschauer, ja bei gutem Wetter auch 10.000, das könnte stimmen! Der Umsatz reicht immerhin aus, dass die Dreierwette bis zu 30.000:10 zahlt. Die Umsätze dürften nicht weit hinter den kleinen Rennplätzen zurückbleiben. Die Vor-Ort-Einsätze werden sogar größer sein als vielerorten!!!

Sind das die Fragen? Könnte sein, ist aber nicht die zentrale Frage in dem gemeinten Sinne. Es gibt sicher auch eine räumliche Frage. Doch die wird sich verwischen mit der Frage der Technik und mit dem Ergebnis, dass jede Rennbahn so weit entfernt ist, wie der nächste Computer.

Waren Sie schon einmal in Baden-Baden? Waren Sie schon einmal in München? Waren Sie schon einmal in Dresden? Was haben diese Rennbahnen  gemein? Rennen, Restaurationen, Bildschirme, Wettschalter – und Buchmacher. Möchten Sie ein Rennen im Restaurant sehen? Suchen Sie sich einen Platz, es sind genügend frei, bestellen Sie ein Kaffee und gucken Sie in den Fernseher. Sie verstehen nichts, weil die Akustik schlecht? Sie haben wenig Information? Sie möchten auch sehen, was auf den anderen Plätzen (auch Ausland, Trabrennen) los ist? Na, da müssen Sie sich zum Buchmacher begeben. Dort ist es voll, sie bekommen nur mit Mühe einen Platz, aber hier ist Stimmung!

Waren Sie mal in Hoppegarten? Dort ist zwar auch ein Buchmacher, aber lieblos gemacht, nur ein Fernseher, nur die anderen deutschen Galopprennen, kalte zugige Halle und kaum Besucher. Gehen Sie in das Café, es ist voll, die Akustik aber schlechter als bei den Buchmachern in BB, M und Dresden. Waren Sie mal in Hamburg? Da war im letzten Jahr ein Buchmacher. Knallvoll, gute Stimmung, alle Rennen.

Verpassen wir da etwas? Warum soll ein Kunde aus Köln nach Hamburg fahren, wenn er die Rennen dort beim Buchmacher sehen kann und dazu das Irische Derby ebenfalls genau wie die Trabrennen und das alles mit kurzen Wegen! Freundliche Bedienung, die ja gerne die Kunden wiedersehen will. Und dazu noch kann er für 50 Cents (plus 15% Aufschlag) wetten, Mindestumsatz pro Schein 1 Euro. Sieg, Zweier, Dreierkombi alles für Normalverdiener und Rentner. Oder für Leute, die sich den Spaß sich nicht durch hohen Wettverlust verderben lassen wollen, einen kleinen Wettverlust aber hinnehmen, wenn es denn sein muss.

Entschuldigen Sie: „was ist eigentlich Kundennähe?“