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Marketing Es schien alles so schön zu werden. Die Umsätze stiegen stärker als die Wirtschaftszahlen. Unsere Pferde gewannen im Ausland und man konnte mit höheren Rennpreisen sogar ausländische Pferde auf die deutschen Bahnen locken.
Schlaraffenland inmitten von Deutschland. Trotzdem gab es Leute, die – die Zeichen der Zeit wohl erkennend - zukunftsweisende Ideen und gute Ansätze für die weitere Entwicklung des Galopprennsports hatten. Bei der Darstellung zeigt sich übrigens die Verzahnung von Marketing mit den anderen Elementen der Krise, wie hier mit der Kundennähe, gesucht mittels Telewette. Ein Konzept auf das ich noch unter „Kundennähe“ zu sprechen komme. Hier schien es mir auch und vor allem ein Ansatz in Sachen Marketing zu sein: erstmals war es gelungen, das Fernsehen für eine regelmäßige Sendung über den Galopprennsport zu gewinnen. Welche Zukunft hätte dem Sport geblüht, wenn die Fernsehkonzepte und die Technik besser wären? Dieser an sich großartige Schritt versandet durch mir nicht bekannte Widerstände.
Was blieb war der Kontakt zur Wirtschaft, Sportsponsoring aus Sicht der Firmen - eine reine PR-Maßnahme. Nur beschränken sich die Rennvereine auf die Finanzierung der Rennen. Ist denn niemand auf die Idee gekommen, dass in den Firmen - meist führende Wirtschaftsunternehmen unseres Landes - Millionen von Arbeitnehmern beschäftigt sind, die für den Sport geworben werden wollen?. Ansätze im Kleinen gibt es beim Hamburger Rennclub. Dort ist das Deutscher Herold Rennen auch ein Fest Mitarbeiter. Ich sehe aber nicht so viele Menschen wie damals beim Deutscher Ring Renntag. Und damit erkennen wir auch, dass das Sportsponsoring auch etwas zu tun hat mit dem Hobby des Vorstandes der Wirtschaftsunternehmen.
Ist es schon aufgefallen, dass Umsatz auch etwas zu tun hat mit dem Angebot? Also, in diesem Fall auch die Anzahl der Pferde auf den Rennbahnen. Denken Sie auch an Scholz & Friends, Darboven und andere Firmen, die ihre Firma als Stallnamen nutzen. Wieso gibt es so wenig Firmen-Ställe?
Außer der bislang gescheiterten Telewette-Fernsehsendung-Idee, außer der Rennpreisfinanzierung sehen wir keinerlei Marketingmaßnahmen in unserem Lande. “Tote Hose” in den Medien & tote Hose auf der Straße = tote Hose auf der Rennbahn. So die einfache Formel.
Sicher, das Geld fehlt. Ach ja? Versäumnisse! Der Staat gibt den Rennvereinen den Auftrag zur Zuchtauslese und wer finanziert den Rennaufbau Ost? Nicht der Staat, der ja blühende Landschaften dort versprach (auch auf Schrottplätzen mag Unkraut blühen. So will ich Herrn Kohl verstanden wissen, der die ehemalige DDR verschrottet hat!), sondern das Direktorium baut den Osten auf und verscherbelt damit sein Tafelsilber. Auch deshalb gelingt es nicht, Marketing in bedeutendem Ausmaß auf die Beine zu stellen! Aber allein dem Aufbau Ost die Schuld zu geben, wäre zu einfach. Auch vorher war man ja nicht willens Geld einzusetzen. Nun kann man nicht mehr!
Ich mache nicht halt vor diesem Schutzschild! Selbst die letzte Mark - pardon der letzte Euro - muss den Weg in das Marketing finden. Der Euro ist so oder so weg, nur mit Marketing könnte er sich verzinsen.
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