Der Flop der Viererwette ist vorprogrammiert, weil ohne stützendes Konzept

Vorabgedanke:
Ich unterscheide die Menschheit aus der Sicht des Rennbahnfunktionärs in folgende vier Gruppen:

Wetter und solche die es nie werden wollen:

Nicht angesprochene Menschheit

Davon aktivierbar Teil bislang nicht erreicht

Normalwetter

Noch verstecktes Potential (wenig)

Kleinwetter mit Wissen

Noch verstecktes Potential (gross: Sammelbecken)

Würde-Wetter ohne Kapital

Würde-Wetter ohne Wissen



Über die „nicht angesprochene Menschheit“ brauche ich mich vorerst nicht auszulassen. Niemand kommt wegen der Viererwette auf die Bahn. Den Kleinwetter (Einsatz unter Bahnmindesteinsatz) und Würde-Wetter (er würde jeden Tag spielen, aber unter 10 Euro) behandele ich später, obwohl diese sogar teils mit den folgenden Überlegungen abgedeckt sind.

Diese drei Gruppen der Menschheit scheinen dem Direktorium eine unbekannte Größe. Zwar finanzieren diejenigen, die Wetten aus den beiden unteren Gruppen annehmen (Springer-Sponsering, pferdewetten.de, Albers, und wie die Sponsoren alle heißen), heutzutage die großen Rennen, da den Rennvereinen das Geld fehlt, nur scheint „niemandem“ klar zu sein, das diese Sponsoren das Sponsoring mit genau dem Geld betreiben, welches das Direktorium nicht annehmen will.

Was tut man stattdessen? Da die Bibel mit Gleichnissen arbeitet, tue ich Gleiches - obwohl ich den Glauben fast verloren habe.. Der Gedanke kam mir, als ich am 6. Juni 2004 durch den Hamburger Hauptbahnhof zur U-Bahn Linie 3 (Horner Rennbahn, Richtung Mümmelmannsberg) ging.

Dort standen mehrere Menschen, welche Gelder für allerlei Zwecke einsammelten. Spenden für das Siegerland. Gelder für den Platz bedürftiger Menschen. Spenden für die Zweierbeziehung und Spenden für Dreikäsehoch. Am Hauptbahnhof. Nehmen wir an, man schrieb das Jahr 2002.

Vor dem Bahnhof und auf dem Wege zum Horner Moor – dort sammelt keiner. Am Hauptbahnhof erreicht man angeblich die Menschheit am Besten.

2003 komme ich wieder nach Hamburg. Wieder sammelt man nur am Hauptbahnhof ein. Die gleichen Sammler: Siegerland, Platz, Zweier und Dreikäsehoch. Halt – „ein Platz für Zwillingsbeziehungen“ – eine neue Sammelbüchse. Am gleichen Ort, beim gleichen Publikum. Es mag ja sein, dass der eine oder andere Passant sich ganz persönlich durch diese neue Dose angesprochen fühlte; grundsätzlich hat der Kreis derjenigen, die bereit zur Spende sind, sich nicht – oder nicht messbar vergrößert. Nicht an diesem Ort und nicht bei diesen Passanten.  Anderorten sah ich immer noch keine Sammler.

Wie überrascht bin ich, als ich am 6. Juni 2004 entdecke, dass man nun eine Spende für die „Vier Siegermächte“ die Auswahl für die Passanten erschwerte. Neue Spender, nein – so recht entdeckt habe ich keinen. Nicht an diesem Ort und nicht bei diesen Passanten, die seit ehedem Richtung Mümmelmannsberg fahren, viele zur Horner Rennbahn. Und immer noch nicht fragte man Passanten, die zum Rathaus fuhren nach einer Spende. Nein, man fragt immer nur die, die Richtung Horner Rennbahn fahren.

Und als ich dann nach dem Sinn der Spende für die „Vier Siegermächte“ fragte, so recht erklären konnte man es nicht. Ist doch „selbstsprechend“, aha, vielleicht dann auch selbstfinanzierend?

Jedes Jahr höre ich auf der Rennbahn die Menschen auf dem Balkon diskutieren „wie fülle ich eine Dreierwette aus“, „wie viel kostet das“, „gewinne ich auch., wenn...“ und „was ist den Kombi“. Wenn die Dreier so „einfach“ ist, warum brauchen die Leute eine Anleitung? „Ist doch nicht schwer!“, für Sie nicht, für ihn ja. Für mich nicht, für sie sogar sehr.

Hat jemand sich die Mühe gemacht den Leuten zu erklären, wie man sinnvoll kombiniert. Ausfüllen und sinnvoll konstruieren, sinnvoll kombinieren – das sind doch zwei paar Schuh!

Bitte lesen Sie meine Anleitung unter „Woll´n wir wetten“ und dort unter „Systeme“ (Ab ca. 15 Juni 04).

Um es denjenigen zu sagen, die das Gleichnis noch nicht verstanden haben: Die neuen Wettarten sprechen die alten Kunden an. Sie aktivieren keine neuen Kunden. Sie erhöhen auch nicht die Finanzkraft der alten Kunden. Die Platzzwillingswette kann ggf. den Umschlag der Gelder beschleunigen (ähnlich dem Phänomen eines Favoritentages, wo mehr Umsatz kommt, weil die Gelder an viele Menschen zurückfließen und damit öfter durch die Kassen gehen). Vom Ansatz her ist denke ich ist klar, dass man die Wetter, die Geld wegen Gewinnmangel zurückhalten, mit häufigeren Gewinnen (Platzzwilling) oder höheren Gewinnen (Vierer) an die Grenze des Machbaren holen möchte. Nur zielt dies nur auf den Normalwetter und das geringe Potential was er vielleicht dennoch nicht hergibt. Es fehlt völlig das Segment der Kleinwetter. Kleinwetter sind die Herrschaften, die beim Buki 10-12 Euro in 20 - 12 Dreierwetten mit 50 Cents bzw. 1 Euro spielen. Und dass sind eine Menge Kunden die “Mist” machen, der immerhin ausreicht, die Rennen in der Art “Sponsering” über den Umweg “Buchmacher” zu düngen. Wie erreichen wir diese Kunden mit der neuen Wettart?

An dieser Stelle nun wirklich ein konkreter Vorschlag. Ein Vorschlag der es meines Erachtens möglich macht, den  oben in der Tabelle „Wetter und solche die es nie werden wollen“ in der rechten Spalte umschrieben habe zu aktivieren. Unterüberschrift zu dieser Idee:

Sprechende Namen & Quote 2 Millionen (!) in der Viererwette

Wetten unterliegen genau so den Regeln des Marketings, wie jede andere Form von Konsum oder wollen wir es lieber Geldausgeben nennen? Je komplizierter ein Produkt, desto geringer die Anzahl der Geldausgeber, ja geradezu trichterförmig nimmt die Anzahl der Konsumenten ab. Im Marketing fassen wir deshalb Produkte mit einem breiten Nutzen zusammen und geben dem Produkt „Selbstsprechende“ – wenn auch nicht immer ganz wahrheitskonforme Namen. Einen Computer kaufen – ähnlich kompliziert und mythenhaft wie Wetten. Dazu einen Bildschirm (TFT oder Röhrenmonitor) und Drucker (HP oder ???) und Scanner und und und... Da kommt “keiner” zurecht. Also werden Pakete geschnürt! Pakete mit sprechenden Namen wie „Einstiegspaket“ für 400 Euro, „Bürocomputer“ für 1000 und „Profisystem“ für 2500 Euro. Mit dieser Klassifizierung glaubt der Kunde eine Entscheidung treffen zu können und kauft seinem Anspruch entsprechend.

Bei Wetten wie heißt es da? Sieg, Platz, Zweier und Dreier. Und nun auch Platzzwilling und Vierer. Verkaufen wir doch einfach Wettpaket „Zwei-Drei“ und – es klingt so modern und hat trotzdem Symbol „2004“. Oder meinetwegen “Classic” und “Big Ben”oder einfach gute Namen.

Kein Erklärungsnotstand: Einfache Konstruktion und umfassende Wettchancen in Einem
Was hat es damit auf sich? Nun „Zwei-Drei“ ist eine Kombination einer Zweierwette und einer Dreier-Kombi. Da muss man den Menschen nicht viel erklären von „den dahin schreiben und den dahin“ und „Mindesteinsatz“ und dies und das. Nein, erklären wir den Menschen "bei ´Zwei Drei´ musst du 2 Pferde aussuchen und das kostet 10 Euro". Dazu muss er nur das Feld „Zwei-Drei“ und einen „1.“ und einen „Platzierten“ ankreuzen. Häh??

Ich stelle mir vor, dass man die 10 Euro in 3 Euro für eine ganz normale Zweierwette anlegt. Die 7 Euro gehen in diverse Dreierwetten. Dabei muss der Wetter ein Pferd vorhersagen, welches gewinnt und eines welches Zweiter oder Dritter wird. Trifft er den Sieger und wird sein zweites Pferd zweiter, dann hat er eine Zweierwette mit 3 Euro getroffen, wird sein zweites Pferd dritter, dann hat er die DW getroffen, weil alle anderen Pferde des Rennens automatisch auf dem zweiten Platz stehen und „sein“ Pferd auf dem dritten. Der Grundeinsatz der Dreierwette ist dabei also variabel und beträgt z.B. bei 5 Startern (5 minus 2 gestellte) 3 Wetten auf 7 Euro verteilt = 2,33 Euro. Bei 12 Pferden (7 Euro geteilt durch [12 – 2 =] 10 = 70 Cents und bei 15 Pferden 3 Euro Zweierwette und je 53,846 Cents Dreierwette. Damit die Kunden nicht herumrechnen müssen wie verrückt (Quote :10 * 0,53846) wird die Quote der „Zwei-Drei“ mit Rang A 30 Euro und Rang B 197,40 Euro bekannt gegeben (Zweier zahlt also hier beispielsweise 100:10 und Dreier 3.666:10).

Die „2004“ ist in sich eine „Zwei-Drei“ plus die Viererwette und kostet 20 Euro, weil 10 Euro in die Vierer fließen. Dabei rückt das zweite Pferd an die vierte Stelle und der Grundeinsatz je Wette ist dann Restpferde * Restpferde-1. Bei 12 Pferden also 10 Pferde kombiniert auf den 2. und 3. Platz was 90 Wetten wären und den Grundeinsatz auf 11,1111 Cents pro Viererwette bestimmt.  (2004 ist ein Symbol für 2 auf Sieg, 4 auf Platz 4 und 0= alle auf Kombi für Platz 2+3, wobei die Wette bei mir auch 2004 heißt, wenn einer die „1“ als Sieger setzt und die „11“ als 2-3-4).

2 Millionen-Quote kann zur Konkurrenz für das Lottospiel werden
11 Cents für die Viererwette? Lächerlich! Mitnichten!!! Wäre das nicht eine Schlagzeile: Viererwette zahlt  2 Millionen = 2.000.000!!!! Ja, sogar heute schon 800.000. Wie das? Der Gesamtausschüttung in Hamburg (Baden ähnlich) pro Viererwette betrug lächerliche 8.000 Euro. Wenn diese Viererwette nun nur einmal getroffen würde und dies mit den lächerlichen 11 Cents, dann wäre bei einer Gesamtausschüttung von 8.888 Euro die Quote 800.000:10 (für 10 DM also 800.000, für 1 Euro 80.000, für 10 Cents 8.000 und für 11 Cents 8.888 Euro. Was glauben Sie, wie schnell der Umsatz bei diesen Quoten auf das Dreifache steigt.

Der „feste“ Einsatz könnte natürlich je nach Starteranzahl variiert werden. Dies halte ich aber für einen fatalen Fehler, weil dazu wieder viel zu viel erklärt werden muss und im Falle eines Nichtsstarters alle Wetten Rückzahler hätten. Beim festen Einsatz ändert sich der Anteil an der Dreier bzw. Viererwette (er erhöht sich).

Das sind also wirksame Marketingmittel: sprechende Namen und selbstsprechende Quoten die sich „so ganz nebenbei“ selbst ergeben.