Siegwette. Ich kürze mal den ursprünglichen Text, denn Zahlen mag man nicht, wer mag schon gerne zahlen? Also als Einleitung zur Siegwette und  zum Abschluss der Zahlenschlacht: bei den 34 letzten Rennen (14.-22. Februar 2004), haben 20 der oben genannten Tipper an allen Renntagen ihre Favoriten getippt. Nur 6 Spieler kamen dabei bei der Siegwette ins Plus (zwischen 10 und 40% Gewinn), 3 waren pari, 11 verloren Geld, bis zu 50% des Einsatzes!
Wenn man es auf alle 34 Tipper ausweitet und nur deren Schnitt berechnet, gewannen 9, 6 waren pari, 19 (!) verloren. Es ist also gar nicht so einfach zu den erfolgreichen Wettern zu gehören. Es ist genau so schwer, wie an das Geld anderer Leute zu kommen...

Darum noch mal die Erinnerung daran, dass Sie sich Regeln schaffen wollten. Die Wetter, die nicht gewinnen, haben entweder keine Regeln oder die falschen. Erinnern Sie sich, auf die besten Jockeis achten, die schlechten einfach durchstreichen. Wohlverstanden, wir reden von der Siegwette! Für andere Wettarten gelten andere Regeln.
Ich verfolge in Bezug auf Konzentration der Siege auf bestimmte Jockeis seit Jahren die Derbywoche in Hamburg. Wer diese Regel beherzigte, kam ganz gut zurecht. Im Jahre 2000 gab es sogar ein wahres Könner-Festival! 64 Rennen (Profirennen) wurden von nur 27 Jockeis gewonnen. 16 von 2(!): Starke und Mundry. Je 4 Rennen gewannen Carvalho, Neil Grant und Terry Hellier. Das waren schon fast die Hälfte der Rennen. Und wenn man jetzt weiß, dass nicht in jedem Rennen all diese Jockeis mitritten, kann man erahnen, was man da für Chancen hatte. 2000 war ein grandioses Jahr - das drittbeste!
Wenn Sie jetzt die besten Jockeis offen haben, werden Sie feststellen, dass Sie nur noch die Form von 2 oder 3 Pferden auswerten müssen. Das geht doch!
Natürlich werden Sie mal daneben liegen, aber Sie werden staunen, wie oft sie richtig lagen!
Sollte es trotz allem mal dazu kommen, dass Sie keine Idee haben, was Sie machen sollen, dann - aber bitte nur im Notfall und nur solange Sie nicht sicher und selbstbewusst tippen - hilft auch oft dies: nehmen Sie einen Wettschein. Kreuzen Sie den Einsatz 2 €, die Wettart Sieg und die Nummer des kommenden Rennen an. Gehen Sie genüsslich zum Führring und schauen Sie ein wenig den Pferden in die Augen oder den jungen Damen, die die Pferde führen (meinetwegen auch den drahtigen Jungs - aber bitte keine Beschwerden!). Die Jockeis sitzen auf und verlassen mitsamt Pferd den Führring. Gehen Sie in Ruhe zu einem Bildschirm in der Nähe wo Sie a) einen Platz zum gucken haben und b) eine Wettkasse in der Nähe ist. Schauen Sie auf die Quoten. Wer ist Favorit? Was zahlt er? Sie haben es erraten, Sie sollen den Favoriten tippen. Aber nicht jeden. Warten Sie ab, bis die ersten Pferde die Boxen beziehen. Jetzt wetten die “Profis” - die Quoten ändern sich teils kolossal

Nun müssen Sie gespannt sein wie ein Flitzebogen, aber kalt wie eine Hundeschnauze. Der Favorit zahlt 14, 22 oder 31? Nehmen Sie den Wettzettel in beide Hände und zerdrücken ihn, bitte in den Papierkorb, damit es überall so sauber ist wie in Hoppegarten! Gehen Sie auf Ihren Platz und genießen Sie ihr Rennen. Hier gibt es nichts zu gewinnen. Wenn aber, und Holzauge sei wachsam, der Favorit über 39:10 zahlt, dann kreuzen Sie die entsprechende Zahl an und begeben Sie sich zum Wettschalter. Begeben Sie sich direkt dorthin und gehen nicht über Los! Geben Sie ab und sehen Sie gespannt zu, wie sich das Rennen entwickelt. Und schreien Sie mit, was die Lunge hergibt Das baut Frust ab, das tut gut  Und Ihre Pferd gewinnt viel öfter - habe ich den Eindruck...
Was soll denn das nun? FAVORITENWETTE? Nun ja, solange Sie nicht ausreichend Ahnung haben, ist es mal (mal!) erlaubt, das zu machen, was die anderen machen, aber nur wenn es sich lohnt. Wenn wir davon ausgehen, dass jeder 3 Favorit gewinnt, dann wären Sie - geradeaus gedacht - bei einer 40-Quote auf Gewinnerseite. Wenn er mehr zahlt, na gut! Es gibt sogar Favoriten die zahlen 57:10 oder 60. Alles denkbar. Und die sollen sogar gewonnen haben.,
Es kann also auch zu Ihrer Regel gehören, den hohen Favoriten zu wetten, wenn sie keine eigene Idee haben.. Aber wehe Sie kommen mir mit hätte und wollte. Das gibt es bei Regeln die man einhält nicht. Wenn Sie hätten wollen, dann hätten Sie sollen Tun und nichts anderes!
Über ein Problem müssen wir jetzt noch reden. Nix Gewinnbeteiligung, werden Sie glücklich mit Ihrem Gewinn! Nein, die guten Jockeis sind entweder im Westen oder gerade dort, wo ein großes Rennen stattfindet Und Sie können ja nicht überall sein. Da wo Sie sind, sind vielleicht Jockeis, die selten reiten oder alle haben einen schlechten Schnitt oder oder oder. Ein Starke kann sich ja auch nicht zerteilen. Nun, Sie müssen schon mit der Zeit feststellen, welche Jockeis auf Ihrer Heimatbahn die häufigsten Sieger waren. Das ändert sich aber vielleicht von Jahr zu Jahr. Beispiel: in München war Kerekes öfter vorne, als seine Kollegen. Im “Osten” ist O´Reilly, Bojko und Julia Will immer gefährlich. In Hannover läuft ein Rau-Pferd immer vorne mit. Wöhler geht ohne Chancen nie auf Reisen. Wenn West-Trainer mit ihren Stammjockeis auf Reisen gehen, nehmen sie die besten Chancen (Pferde) mit. Also wenn in Frankfurt 11 Pferde starten, dabei 4 aus dem Westen, einer aus dem Osten und einer aus dem Norden, dann nehmen Sie einen aus dem Westen.
Typische Sache: Die Bremer kennen “ihre” Pferde genau. Sehen sie ja 4-5 mal im Jahr. Kommt ein Stoltefuß mit seinem Pferd, nie gesehen. Die meisten Wetter verlassen sich auf das was sie kennen (wat de Buer nich kennt, dat frret häi nich - was der Bauer nicht kennt das isst er nicht): Klaro? Dieses Stoltefuß Pferd könnte tatsächlich 40 zahlen als Favorit. Die Mehrzahl kennt ihn nicht, die “Profis” tippen genau ihn.