Systematik

Was ist ein System?
Ein System ist eine – nicht zufällige – Anordnung von Zahlen, Buchstaben, Anweisungen oder Bausteinen. System ist vielleicht eines der am häufigsten verwendeten Begriffe und trotzdem ist vielen Menschen nicht bewusst, was ein System ist. Sie benutzen das Wort nicht oder kaum? Kann ja nicht stimmen, denn ohne Computer würden Sie dies nicht lesen können und Ihr Computer hat ein Betriebssystem. Vielleicht benutzen Sie das Wort „System“ nicht, aber haben dafür ja oft genug gesagt „Mein Computer spinnt wieder mal“. Und damit meinen Sie eigentlich Windows und damit das Betriebssystem.

Ein System hat in meiner Denkweise etwas zu tun mit Logik, Kontinuität, kalkuliertem Risiko. Aber natürlich ist jede andere Anordnung von bestimmten Mustern auch ein System, nur keines in meiner Denkensweise. Also wenn jemand immer den Reiter mit der roten Kappe wettet, dann ist das ein System.  Wenn jemand immer auf Jockey „Schwache“ (oder wie hieß der?) wettet, dann ist das ein System. Selbst wenn jemand nur auf Sieg wettet, wäre das als System anzuschauen. Nur wie wirkungsvoll dieses ist, das bleibt unklar. Am ehesten ist zu vermuten, dass diese Systeme erfolglos sind.

System innerhalb einer Art oder übergreifend?
Der nächste Gedanke beschäftigt sich mit der Frage, ob ein System sich nur innerhalb einer (bevorzugten) Wettart bewegt oder übergreifend ist. Sieg und Platz oder Sieg und Einlauf, oder Platz auf 2 verschiedene Pferde. Oder sind Systeme bewusste Anordnungen von bestimmten Zahlen? Denkbar auch ein System welches immer vom gleichen erzielbaren Gewinn ausgeht. Wie denn nun?

Ich sage Ihnen etwas: es ist ganz egal für welches System Sie sich entscheiden. Systeme haben den Sinn erfolgreicher zu sein. Erfolgreich sind Sie nur, wenn Sie etwas Arbeit auf sich nehmen (ohne Fleiß kein Preis) und akribisch und ehrlich notieren, was es Sie gekostet hat, Ihren Gewinn hereinzufahren. Zu deutsch: führen Sie Statistik! Glauben Sie nicht zu wissen, wie es ist. Wir Menschen haben eine gestörte Wahrnehmungsfähigkeit! Wir glauben zu wissen, wie es ist, dabei wissen wir nur, was wir glauben. Sie kennen meine Vorliebe für Gleichnisse (bin aber nicht bibelfest), darum diese Geschichte aus meiner Tätigkeit in L. bei der LH; Frau A. und Herr H. – Gott hab ihn selig – mögen mir verzeihen:
Der Chef, H., der die Angewohnheit hatte immer sehr nasal und nuschelig zu sprechen und mehrere Male in einem Satz das Wort „hier“ einzufügen, fragt Frau A eines Tages:
„hiiier, wieviel Beiträääge, hiiier, ziehen wir, hiiier, prozentual vom Konto per Lastschrift, hiiier, ein?“
Frau A.: „99%!“
„Also, hiiier, von 100 Versicherungen ziehen wir, hiiier, 99 mal die Beiträääge, hiiier, per Lastschrift ein“
„Nein, von 100 Versicherungen 90 mal”

Oder, damit Sie ein solches Erlebnis auch haben, fragen Sie einen Bekannten (oder sich selbst) wie viel % der Sieger er trifft, bzw. viele % Sie treffen. Die Antwort wohl „40%“. Wenn Sie nun zählen, dann stellen Sie fest „verdammt, es ist nur jeder sechste“ oder so ähnlich!
 
Und nun zu den Systemen, sortiert erst einmal nach den Wettarten:
Erst scheint man ja relativ phantasielos zu sein, wenn man über ein System innerhalb dieser Art nachdenkt. Aber dann, dann fängt es plötzlich an.

A. Systeme innerhalb einer Wettart
Sieg mit Einsatzerhöung: machen sich vor dem Start einen konkreten Plan über die Kandidaten, die Sie in Ihrem Spiel einbauen. Sie machen Sich bitte auch Gedanken, wie viel Sie einsetzten wollen. Denken Sie nicht, der Einsatz ist ja gering und auch bei Einsatzerhöhung macht dies nichts aus. Denken Sie an den König, der dem Erfinder des Schachspiels zugestanden haben soll, ihm als Entlohnung nur ein Getreidekorn auf dem ersten der 64 Felder zu geben und für jedes weitere Feld die doppelte Anzahl der Körner wie vorher (die Alkoholiker denken natürlich wieder „man wäre ich da toll besoffen“. Nein meine Herren, schon beim 6 oder 7 Feld Tot!). 13 Trillion ist das Ergebnis nach 64 Feldern. Ich kann mich nicht entsinnen, wie viel dies in Kilo oder besser Tonnen ausgedrückt war. Nur soviel weiß ich: soviel Korn war im gesamten Königreich niemals verfügbar, der König war quasi pleite! Wie die Zahl aussieht? Hier:
13.835.058.055.282.200.000 und darunter die Wahrscheinlichkeit 6 in Lotto zu treffen:
                         13.983.816. Nun, ich denke, das haben Sie ein für allemal begriffen:

Und ich möchte weiter nicht nur dozieren, sondern Sie anreizen selbst über Systeme nachzudenken!
Wenn Sie überlegen, ob es möglich ist, ein System aufzubauen, welches immer den jeweils aufgelaufenen Verlust im Fall eines Treffers als Gewinn umkehrt oder gar vermehrt, vergessen Sie es ganz schnell. Ein solches System funktioniert niemals, es sei denn, man wählt bewusst Kandidaten aus, deren Siegquoten immer über bestimmten Quoten liegen. Schon bei der Umkehrstrategie (Im Gewinnfall ist der bisherige Verlust dann genau der Gewinn) ist die nötige Mindestquote Quote 30 : 10. Gehen wir das zu Ihrem Verständnis durch (wem es zu kompliziert wird: glauben und zur Überschrift „Sieg 10 plus gehen)“

Im ersten Rennen verlor ihr Sieger und Sie 10 €. Ihr Sieger im zweiten zahlt 60:10. Wenn Sie nun 5 € einsetzen würden, hätten sie insgesamt 15 € eingesetzt. Für 5 € erhalten Sie bei der Quote „60“ im Siegesfall 30 € zurück. Also genau doppelt soviel wie Sie bislang einsetzten, Ihr Verlust wäre in genau diesen Gewinn umgekehrt. Leider verlor aber das Pferd. Der nächste Sieger zahlt 30:10. Wenn Sie 15 € einsetzen haben sie insgesamt 30 € eingesetzt und würden im Siegfall 45 € retour bekommen. OooH! Reicht nicht. Setzen Sie 30 € in diesem Rennen ein, so haben Sie insgesamt 45 € eingezahlt; für 30 bekommen Sie bei 30:10 = 90 € zurück und damit doppelt soviel wie Sie bislang einsetzten (also ist dies wieder Umkehr). Nun zahlt der nächste Sieger 20. Peng, riene va plus! Nur doppeltes Geld, heißt, Sie erhalten gerade mal auf den neuen Einsatz das Doppelte, haben also nur einfachen Gewinn. Also 45 € Einsatz und Sie haben 90 € eingesetzt und haben nur Verlustausgleich, weil ja der Gewinn genau 90 € wäre. Umkehren? Versuch: 90 € Einsatz macht 135 € Gesamteinsatz. Gewinn aber nur 180 €, aber immerhin noch Gewinn. Höherer Einsatz? 500 € (Gesamteinsatz 545 €) Im Siegfall 1000 €. Und so weiter und so weiter. Vergleichbar mit einer Unendlich-Zahl (Periode): 9,99 auf 9,999 ausweiten. Sie kommen immer näher an die 10 heran, je mehr Zahlen sie hinter dem Komma schreiben, nur 10 erreichen Sie nie... Und ganz nebenbei: je mehr Sie einsetzen, desto mehr drücken Sie die Siegquote und geraten dadurch unter „20“.

Hieraus folgt, solche Strategien (=Systeme) sind wahnsinnig teuer und führen bei bestimmten und leider häufigen Quoten unweigerlich ins Aus, zumindest nicht zum gewünschten Ziel. Deshalb gehen wir mal auf die Strategie ein, „10 € pro Linie“ zu gewinnen=

System „Sieg 10 Plus“
Wie geht es nun das System „Sieg 10 Plus“? Sie wetten das erste Pferd mit dem festgelegten Grundeinsatz und im nächsten das entsprechende Pferdx mit einem Einsatz, der bei der voraussichtlichen Quote Ihnen den gedachten Gewinn von 10 € beschert. Dieses wiederholen Sie solange, bis Sie einen Sieger getroffen haben. Dann beginnen Sie wieder mit dem Grundeinsatz. Vorab eine Warnung! Beginnen Sie dieses System niemals mit einem Pferd welches unter 20 zahlt und meiden Sie solche, es sei denn, sie sind sich sicher! Denn unter der Quote von 20:10 wird auch dieses System teuer (Schachbretteffekt).

Muster:

Re

Pferd Nummer

Bisher verloren (Wenn nicht durch Gewinn beendet)

EQ:10

Neuer Einsatz= (verloren+10):Quote+NE:EQ..* Methode quattro

Wenn-gewinnt-Rechnung: Einsatz * EQ= Gewinn
und Ende der Reihe!

1

4

0

20:10=2

(10):2=10

10*22:10=22

2

6

0+10=10

30:10=3

(10+10):3=6,67=10

10*3=30 (Plus 10)

3

12

10+10=20

51:10=5,1

(20+10):5,1=5,88=8

8*5,1=40,80 (+12,80)

4

3

20+8=28

21:10=2,1

(28+10):2,1=18,1=35

35*2,1=73,50 (+10,50)

5

11

28+35=63

102:10=10,2

(63+10):10,2=7,2=8

8*102:10=81 € (+ 10)

6

7

63+8=71

44:10=4,4

(71+10):4,4=18,4=24

24*4,4=105,6 (+10,6)

7

2

71+24=95

216:10=21,6

(95+10):21,6=6

6*21,6=129,60 (28,60)
(alternativ
6*21,6=108 (nur +3)+
















Natürlich bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie mit 10 € Grundeinsatz anfangen oder weniger (was die Sache etwas billiger machen kann), oder ob Sie mit höherem Grundeinsatz anfangen (was die Sache sehr viel teurer machen wird). Ihre finanzielle Ausstattung ist sicher das Maß des Einsatzes; bedenken Sie aber, dass ein Einsatz von mehren 100 Euro auf Sieg die Quote von 200 leicht auf 80 bringen kann.

Bei der ganzen Sache müssen Sie sich dann auch eine besondere Regel aufstellen. Es könnte ja sein, dass Sie über die 9 Rennen eines Renntages hinweg überhaupt nicht gewinnen. Dann würde die Frage lauten: nehmen wir den Verlust hin und beginnen am nächsten Renntag von vorne oder setzen wir die Reihe fort. Ich rate von solchen Systemen einfach ab, möchte sie aber nicht unterschlagen.

Nach diesem ersten Ausflug bleibt eines wohl haften: die auf bestimmte Gewinne ausgerichteten Systeme sind unsicher und haben das Prädikat „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“. Suchen wir also nach einer anderen Art und zwar

B. übergreifende Systeme
Die Siegwette als Zweierwette
Sie kennen sicher Leute, die „spielen“ die Zweierwette nach dem Muster X – alle. Um dies in Zahlen zu fassen und unter Annahme, dass das „gemeinte“ Pferd die Nummer „4“ ist und 8 Pferde laufen:
4-1, 4-2, 4-3, 4-5, 4-6, 4-7, 4-8 oder eben 4- alle

Es gibt zwei Gründe, eine solche Wette nicht zu machen:
1. Es ist Ihnen zu teuer „alle“ Pferde an „Ihren“ Sieger anzuhängen
2. Es kommt relativ häufig vor, dass die Zweierwette mit dem oder einem der Favoriten als Zweiten
   nur wenig mehr zahlt, als die Siegwette selbst. Ja es kam sogar schon vor, dass die Siegwette
   mehr zahlte als die Zweierwette – spätestens dann, wenn der Sieger ein Riesenaußenseiter ist und
   der zweite der Favorit.

Nun in beiden Fällen, können Sie die Siegwette mit einer oder mehreren Zweierwetten kombinieren.
Fall 1 (sparen)
Da es Ihnen zu teuer ist, machen Sie eine Siegwette (2 €) und zwei Einlaufwetten (á 1,50€) = 5 €
Nach diesem ersten architektonischem Aufbau kommt die zweite Systemkomponente: welche Pferde dranhängen. Und auch hier rate ich Ihnen eine bestimmte Kontinuität! Was macht es für einen Sinn, die beiden Favoriten anzuhängen? Wenn es kommt, dann kommt wenig. Was macht es für einen Sinn, die beiden größten Außenseiter anzuhängen? Zahlt viel, kommt aber sehr selten! Mein Rat: hängen Sie zwei Pferde aus dem mittleren Quotenbereich „ran“. Beispiel: Wenn ich in Frankreich bin, dann kombiniere ich immer „mein“ Pferd mit den beiden, die am der EvQ 160 am nächsten kommen „ran“. Und dass kommt öfter als man denkt! In Deutschland würde ich die beiden Pferde z.B. nehmen, die am nächsten der EvQ 80 liegen. Kommt verdammt oft! Oder nehmen Sie „gute Jockeys“ aus einer vorher festgelegten Liste (z.B. die beiden Jockeis die Sie zuerst in der „Ihrer Liste“ finden. Die Liste könnte so aussehen: Minarik, Hammer-Hansen, Carvalho, Silverio, usw). Sie brauchen nur den Sieger treffen und haben einen zusätzlichen – wahrscheinlich recht hohen – Gewinn, wenn „ihr“ Zweiter stimmt. Haben Sie nichts getroffen, dann haben Sie immerhin eine Menge Geld gegenüber „4-alle“ gespart!!!
Fall 2 (mehr gewinnen plus Nebeneffekt: doppelt gewinnen)
Besonders dann, wenn „Ihr“ Sieger ein Außenseiter ist, ist die Gefahr nicht gering, dass die 2 oder gar 3 Wetten mit den Favoriten jede für sich weniger zahlt als der entsprechende Einsatz auf Sieg. Beispiel: die 4 siegt und zahlt 280:10. Die Zweierwette mit 4-1 würde 320 zahlen, die Zweierwette mit 4-2 440. So erhalten Sie im Falle des Einlaufes 4-1 für Ihre 1,50 € 48 € bzw. für 4-2 66 €. Hätten Sie aber die 4 allein mit 3 € auf Sieg gewettet, dann hätte Sie 84 € erhalten. Deshalb lassen Sie die Zweierwetten mit den Favoriten auf Platz zwei weg (Regel schaffen, z.B. alle Favoriten unter 30) und machen nur die Zweierwetten 4-3-, 4-5, 4-6, 4-7 und 4-8 aber wetten die 4 mit den ersparten Einsatz auf Sieg mit 3€. Effekt: Sind die Favoriten zweiter, haben Sie mehr und sind andere Zweiter, dann haben Sie doppelt gewonnen!

Achten Sie mal auf die ZweierwettQuoten: immer dann, wenn die Zweierwette nicht mindestens das doppelte zahlt wie die Siegwette, wäre dies ein Fall für die “Sieg als Zweierwette” Methode gewesen.

Ja so stelle ich mir Systeme vor.

Zweierwette als Dreierwette
Nun ist nicht mehr viel zu erklären, Sie können dies im Grunde nun selbst entwickeln!
Ich plaudere mal aus dem Nähkästchen: Als ich meine ersten Dreierwette im Kasten hatte, wollte ich mehr und größere Dreierwetten treffen. Bald merkte ich, wenn ich die Richtung „mehr“ einschlug, dann gab es weniger Geld (Dreierwetten mit Favoriten). Schlug ich die Richtung „größere Dreierwetten“ ein, wurde es teuerer. So begann ich meine DW-Karriere mit einer 50-50 Mischung: Zweier z.B. 4-1 und Dreier mit 4-2-1. Nebeneffekt, ich gewann bei 4-1 mit jedem Dritten. Wurde die „1“ Dritter gewann ich immerhin dann, wenn die 2 zweiter war.

Bald wollte ich dann nicht nur 2 Pferde kombinieren, sondern 3. Eigentlich also Dreierwetten wie folgt: 4-1-2, 4-1-3, 4-1-5 und 4-2-1, 4-2-3, 4-2-5 und 4-3-1, 4-3-2, 4-3-5 und 4-5-1, 4-5-2, 4-5-3 also mithin 12 Wetten. Das war aber zu teuer! Also machte ich 4-1, 4-2 und 4-3 als Zweier und nur 4-5-1, 4-5-2 und 4-5-3 als Dreier und damit 6 Wetten. Und irgendwann kam ich dann auf Zweierwetten mit z.B. 4-1 mit 10 DM und 4-alle-1 mit 2,50 DM. Und war noch erfolgreicher!

Die Dreierwette
Und damit kommen wir eigentlich zu einer Vielzahl von Möglichkeiten. Man kann hier viel Fantasie entwickeln... oder erfolgreich sein. Ich gebe Ihnen den Schlüssel zum zweiten Weg:

Auch hier wäre die Statistik der Sicherheitsschlüssel par excellance, doch diesen Zeitaufwand spart man sich gerne. Dabei wäre dieser Zeitaufwand besonders wertvoll, nicht nur, weil Sie genau wissen, wo und wie Sie erfolgreich werden, sondern weil das Verständnis für diese Materie genau aus dieser Quelle stammt. Glauben Sie es mir.

Weil Sie ja doch keine Statistik führen soviel ohne dass ich nun weiter lange Aufsätze schreiben will: Man kann die Wetten in der Breite (z.B. ein Pferd auf Platz 1, 2 und 3 stellen und X-Pferde dran) oder in der Tiefe konstruieren (1 Pferd auf 1 und ein weiteres Pferd auf 2-3 und alle dran) spielen. Die Statistik zeigt: in der Tiefe liegt die Wahrheit. Dabei ist es mir Recht, wenn Sie das nicht glauben, denn eigentlich mindere ich meinen Erfolg umso mehr, desto mehr Sie mir glauben. Weitere Weisheiten zur Frage der Raumlehre spare ich mir deshalb auch. So richte ich Ihr Augenmerk auf die beiden Systeme:

a. 1 Sieger und X Pferde kombiniert
b. 1 Sieger (Stellpferd), 1 zweites Stellpferd (als 2. und 3.) und „alle“ als Kombi
Zwischen diesen beiden Systemen gilt es die Entscheidung zu treffen. Was Sie nun noch brauchen ist eine kleine Formel für den einen und eine noch kleinere Formel für den anderen Fall, damit Sie wissen, wie viel Sie das kostet:
a. Kombipferde- mal Kombipferde-1=Wettanzahl
Bespiel: Sie entscheiden sich mit 4 Pferden zu kombinieren: (4) mal (4-1) = 12 Wetten
Genau so schlage ich ja in meinen Tipps die „kleine“ Dreierwette vor. Auf dem Schein müssen Sie also Ihren Sieger auf dem 1. Platz und die anderen 4 Pferde in das Feld „Kombi“ eintragen

b. Anzahl der Starter weniger 2 mal 2= Wettanzahl
Beispiel: 10 Starter= (10-2) * 2 =16 Wetten: Auf dem Wettschein tragen Sie Ihren Sieger auf den 1. Platz ein, das zweite Stellpferd auf die Plätze 2 und 3 und alle anderen Pferde als „Kombi“, also die bei mir so genannte „große Dreierwette“. Fertig. Mehr kann ich Ihnen mit gutem Gewissen nicht empfehlen.

Wenn z.B. in Foren geschwärmt wird von Wetterfolgen, wenn man ein Pferd in der DW als 1-2-3 stellt und dann 6 Pferde dran, dann müssen Sie sich nur entscheiden, wem Sie glauben. Wenn Sie mir glauben wollen, dass muss ich zugeben, dann brauchen Sie gute Nerven. Man hat da schon mal ein Loch und gewinnt ein paar Wochen nichts. Aber glauben Sie, dass dieses Loch kleiner ist, als das finanzielle Loch, was die Kollegen aus den Foren ihnen ins Portmonee (oh grausige neue Rechtschreibung,. Portemonnaie hätte doch jeder verstanden!) gerissen hätten! Mit nötiger Erfahrung und vielleicht auch anhand meiner Tipps kommen Sie wahrscheinlich – aber ohne Gewähr - auf die Siegerstraße.

C. Ihre Vorauswahl zum System
System Rennart, System Rennplatz, Jockey
Man mag ja darüber streiten, ob dies überhaupt ein System ist oder nur eine Gewohnheit, Marotte oder kalkuliertes Risiko. Egal, auf jeden Fall, es ist ein wesentlicher Schlüssel. Wenn Sie meinem Rat folgen, stellen Sie in Bezug auf die Rennarten folgendes fest:
Siegwetten sind in Ausgleichen sehr schwer zu treffen. Profis wetten daher zu 80% in Altersgewichtrennen (und selten in Hauptrennen!)
Hohe Zweier- und Dreierwetten gibt es vor allem in Ausgleichrennen.
Konzentrieren Sie sich also – je nach bevorzugter Wettart – auf die entsprechenden Rennen. Lieber bei unpassenden Rennen einen Einsatz sparen, als vor passenden Rennen pleite!

Ähnliche Betrachtungen können Sie bei Rennorten auch feststellen. Dort ist die Tendenz allerdings eher die, dass es unter den Jockeis Spezialisten für den Rennort gibt. Wobei der „Spezialist“ nicht unbedingt ein guter Jockey sein muss. Oft kommt die Beschaffenheit der Bahn der Angewohnheit des Jockeis nahe. Aber das ist egal, wenn Sie merken Jockey X gewinnt in Y häufiger als andere, na dann haben Sie doch eine Grundlage für Ihr System!

D. Ihre Endauswahl zum System
1. Tipp: Setzen Sie Jockeis, die zu selten gewinnen, niemals auf den ersten Platz. Ein Jockey, der in 200 Rennen nicht einmal siegte, sollte nicht die Basis für Ihre Wette sein, selbst wenn er den Favoriten reitet, der mit einem Starjockey 18:10 zahlt. Vielleicht wird genau dieses Pferd trotzdem Favorit, aber dann für 44:10, vielleicht. Nur wird dieser Jockey nicht gerade das 201. Rennen gewinnen. Das ist für Ihre Wette gut, denn wenn der Favorit nicht gewinnt, zahlt die Wette besonders viel! Auch auf dem 2.+3. Platz würde ich einen solchen Jockey nicht festschreiben!
2. Streichen Sie niemals nur 1 oder 2 Pferde, weil diese vermeindlich absolut unmöglich sind; von vielen als Vollstreicher bezeichnet! Das gilt umso mehr, wenn wenig Pferde starten. Augen auf! Mehr sag´ i´ net!
3. Nehmen Sie niemals die EvQ als Maßstab für Ihre Wette (Ausnahme Sie bauen immer die Pferde ein, die am nächsten an 80:10 oder an einer anderen gedachten Zahl liegen). Insbesondere ändern Sie Ihre Wette nicht deshalb, weil Sie den Favoriten nicht in der Wette haben oder gar, den Favoriten nicht auf Platz 1 haben. Eher umgekehrt! Gerade weil Sie anders wetten, sind Sie erfolgreich!
4. Springen Sie niemals zwischen zwei Systemen hin und her oder ändern Ihre Tipps/ Systeme, nur weil Sie zum 10. Mal daneben lagen. Stellen Sie sich die Wetten als Berge und Täler vor! Dabei ist es schwer und selten den Gipfel zu erreichen, das Tal erreichen Sie mühelos! Wenn Sie nun im Tal sind, verlassen Sie den Weg nicht, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder in ein Loch (Tal) treten ist sehr groß, dabei stieg gerade mit jedem Tal-Tritt die Wahrscheinlichkeit, mal wieder den Gipfel zu erreichen.

Ich werde noch weitere Gedanken anfügen. Vorerst lasse ich hier mal ein “Komma” stehen, damit Sie sich äußern und anregen, worüber ich etwas schreiben soll und vielleicht stellen Sie auch Fragen zu Ihren Ideen.

Und hier meine Antwort auf eine prompte Anfrage, die wir überschreiben können mit
Ein Vorschlag für alle “Wett-Starter” zur Zweierwette:

Ihre Gewohnheit:
Sie wetten in jedem Rennen

Sie wetten nach Sympathie
Sie wetten nur die 2-3 Favoriten
Sie meiden den Favoriten           und zwar einer dieser drei Dinge wie es Ihnen gerade einfällt


1. Einstiegsregel
Wetten Sie nicht in allen Rennen, dafür aber in bestimmten Rennen in breiterer Form (so eine Art Mähdrescher anstatt Sichel, die ja einen kleineren Wirkungsgrad hat). Welche Rennen kommen infrage? Vorab alle Ausgleichrennen  s t r e i c h e n! Gnadenlos, bis Sie ein Wettgespür entwickelt haben. Sie erkennen bei anderen Rennformen viele wichtige Details von ganz allein, die Ihnen später bei Ausgleichrennen weiterhelfen.

Am besten eignen sich die 3-jährigen Rennen ab frühestens Mai.
In zweiter Linie Altersgewichtrennen – ohne Sieglosenrennen
In dritter Linie Altersgewichtrennen – Sieglosenrennen
und das alles bitte nur auf Westplätzen, Hannover und Hamburg. Baden-Baden nur sehr eingeschränkt, wenn Sie etwas mehr Erfahrung haben.

Schauen Sie also nach, wie viel Rennen dieser Art es an dem Tage gibt und teilen Sie sich Ihren Einsatz auf genau diese Rennen auf.

Ändern Sie Ihre Strategie nicht vor Ablauf eines Rennwochenendes – am besten sogar erst nach Ablauf eines Monats, wenn Sie glauben, in anderen Arten-Orten erfolgreicher sein zu können. Aber ich glaube nicht, dass Sie eine höhere quantitative Ausbeute erreichen können (kann ich auch nicht, nur qualitativ – also in Bezug auf Quote – wird es mit Erfahrung in anderen Arten steigerungsfähig werden.).

2. Wettarten bestimmen
Denken Sie an meine Informationen zum Thema „System“. Im Grunde genommen ist jede Zweierwette nichts anderes als eine detaillierte Siegwette. Oder anders herum, ist jede Siegwette eine zusammengefasste Zweierwette.

Genau da setzen wir an. Für 20-30 Euro können Sie am Tag ja 10 (Sieg) – 20 (Zweier) Wetten abgeben. Ich gehe mal von 12 Wetten aus, die Sie in 4 Rennen konstruieren. Dabei benötigen wir erst einmal einen Sieger und zwei Störenfriede. Setzen Sie also 2 Euro auf den Sieger „Sieg“ und je 1,50 € auf zwei Zweierwetten. Einsatz also 5 € pro Auswahlrennen.

Niemals das Limit an Rennen oder Einsatz überziehen – und wenn der Favorit noch so Favorit ist. Es gibt diesen netten Spruch, nach welchem man „Pferde vor der Apotheke hat k... gesehen“. Daran denken.

Wenn Sie mehr einsetzen wollen: eher ein Rennen mehr als einen Störenfried mehr!

3. Bestimmung der Pferde
Es ist – wieder mal – sehr interessant über Quoten zu kalkulieren. Warum? Nun eine Regel muss man sich ja schaffen und eine bestimmte Quote ist allemal besser als „rote Kappe“ oder „Starke“ egal wen er reitet.

Dabei ist es typisch, dass die „Angsthasen“ allen Überlegungen zum Trotz bei den Favoriten hängen bleiben. Klar ist dann, dass wenn sie gewinnen, es kaum etwas zu gewinnen gibt. Merkwürdigerweise gewinnt man bei weitem nicht so oft, wie erhofft. Ein guter Grund also die Siegquote 18 oder kleiner zu meiden, genau wie Zweierwettquoten von 32 oder ähnlichen Fehlgeburten.

So kommen viele Wetter schnell zum Gegenteil. Je größer der Außenseiter, desto eher wird gewettet. Kürzlich wollte mir einer erzählen, dass er in München mal einen 1000 Sieger getroffen hat. Er hat sich dennoch geärgert, denn mit seinem Einsatz von 10 Euro hat er die Quote gedrückt.... Mein Gott, mit 10 Euro drückst du nichts! Und ohne Einsatz gewinnst Du nichts. Das er seitdem kaum noch was gewonnen hat, liegt daran, dass er nun den Traum träumt, eines Tages eine Zweierwette mit den beiden größten Außenseitern des Rennens zu treffen. Nehmen wir mal an, er muss vorher keine eidesstattliche Versicherung abgeben, so wird er mit dieser Methode sein Geld niemals wieder zurück holen.

Wenn man die Favoriten auf einer gedachten Skala ganz links hinschreibt (Skalenwert 0) und die Außenseiter ganz rechts (Skalenwert 100), dann wird die Wahrheit irgendwo links von der Mitte liegen; irgendwo zwischen 25 und 50 oder 30 und 60. Und das peilen wir mal an.

Ihre Wettgewohnheit in Ehren, überprüfen Sie diese! Ich rate zu folgender Strategie: Suchen Sie den wahrscheinlichen Favoriten (Sportwelt liegt da immer recht gut, wenn die Zeit es zulässt, dann erkunden Sie am Renntag ab ca. 12.00 h im Internet [z.B. goeser.de oder pferdewetten-online.de] die Festkurse. Dies sind noch bessere Parameter). Suchen Sie dann nach einem Pferd, was durchaus das Zeug hat, diesen Favoriten zu schlagen. Schauen Sie sich alle Formen an, nicht nur die Letzte. Und gucken Sie auf den Jockey beim entsprechenden Rennen und achten Sie darauf, ob der heutige besser ist. Meist lassen sich schlechte Formen auch mit schlechten Jockeis erklären. So suchen Sie, bis Sie ein Pferd gefunden haben, was Ihrer Meinung nach reelle Chancen hat, den Sieg zu verbuchen und dabei einen Quote von 40 bis 80 zahlt. Wenn die Quote höher wäre, rate ich Ihnen als Einsteiger zur Vorsicht. Möglicherweise ergab sich Ihre Beurteilung einem Fakt, der in die Kategorie Anfängerfehler fällt.

Und nun kann es schon losgehen. Dieses Pferd wetten Sie mit 2 Euro auf Sieg. Im Siegfall erhalten Sie ja mindestens 8 Euro zurück und würden ggf. einen kleinen Gewinn verbuchen.
Die Zweierwette konstruieren Sie wie folgt: Schreiben sie auf Platz „2“ das eben ausgesuchte Pferd. Nun suchen wir noch zwei weitere:

Wenn Sie nicht gerade zwei weitere Pferde bei Ihrer intensiven Suche gefunden haben, die Sie unbedingt einbauen wollen, so müssen Sie ein Pferd aussuchen. Das zweite Pferd wäre generell der Favorit. Diese beiden Pferde schreiben Sie also auf Platz „1“ und geben diesen Schein für 3  Euro ab. Wie sieht Ihre ZweierwettQuote im Gewinnfall aus? Nun Sie merken sich mal die Quote 16. Wenn der Sieger oder der Zweite „16“ zahlen, dann zahlt die Zweierwette meist genausoviel wie das andere Pferd auf Sieg zahlt. Beispiel der Sieger zahlt 16, der zweite hätte 80 gezahlt. Rechnen Sie damit, dass die Zweierwette ebenfalls 80 zahlt. Sonst können Sie die beiden Zahlen multiplizieren und durch 10 teilen und haben in etwas die optimistischte Quote heraus, die kommen könnte. Meist gibt es etwa weniger.

Ergebnis: Sie werden viele Wetten um die 200 treffen und sehr viel Sieger.

4. Bestimmte Rennen meiden
Natürlich gerät man in Versuchung, gerade die Rennen zu bewetten, bei denen wenig Pferde laufen. Gerade da scheint es ja einfach zu sein. Wenig Pferde zu vergleichen, wenig Störungen im Rennverlauf. Da müsste man doch dauernd treffen.

Leider falsch. Das liegt daran, dass normale Rennen einen Pacemaker brauchen. Und genau das gibt es in Rennen mit 8 oder mehr Pferden. Bei weniger Startern kann und wird es natürlich auch mal Pacemaker geben, aber grundsätzlich sträubt sich ein guter Jockey bei so wenig Pferden die Pilotenrolle zu übernehmen. Deshalb ist meine Empfehlung: Zweier und Dreierwetten erst ab 8 Pferden! Da ist zwar eine Störung denkbar, aber beileibe nicht so häufig, wie man denkt. Meist finden die Jockeis wahrend der ersten Rennphase ihre Wunschposition und können so bis zur Einlaufgeraden mehr oder weniger ruhig gehen und müssen „nur“ warten, bis ihre Stunde (Sekunde soll sogar noch erfolgreicher sein) gekommen ist.

So und nun viel Erfolg all denen, die in etwa das gleiche Problem wie dieser Leser haben und von nun an nur noch hatten!