Dieser Sport wendet sich schon aufgrund der Konstellation (Zucht und Haltung von hochklassigen Sportpferden) an die Oberen unseres Landes. Ehemals wohl eher Zeitvertreib für gelangweilten Adel, heute in voller Breite zwischen Passion und Geltungsbedürfnis. Ein Sport für Blaublütige und Geldadel auf der einen Seite (Besitzer) und „Otto Normalverbraucher“ auf der anderen Seite.

Die eine Seite investiert (Zucht, Trainingsbetrieb), die andere Seite finanziert. Zwischen den Beiden gab bis vor Kurzem die steigende Anzahl der Financiers der Rennpreise in Form des Sponsorings. Diese Seite wird weiterhin fast ausschließlich und tragend von Wirtschaftsunternehmen übernommen. Hoffen wir, dass wir nicht eines Tages in dieser Hinsicht „güst“ melden müssen...

Daraus ergibt sich für die Vereine und an deren Spitze das Direktorium, die Aufgabe drei Interessengruppen gerecht zu werden:

Den Besitzern, indem man Rahmenbedingungen schafft, die die Haltung von Rennpferde attraktiv macht. Die Attraktivität wird durch ausreichende Verdienstmöglichkeiten geschaffen. Durch entsprechende Nachfrage nach Rennpferden ergibt sich eine günstige Ausgangslage für die Züchter, deren Interessen somit als Nebenwirkung erfüllte werden könnten. Neben den finanziellen Aspekten ist auf gesellschaftlichem Parkett ein Anreiz herzustellen, der von entsprechenden Personenkreisen (Besitzer, Sponsoren) nachgefragt wird. Diese Aufgaben werden von den Verantwortlichen zweifelsohne erfüllt. Dies tut sich kund in der Tatsache, dass z.B. die gesellschaftlichen Veranstaltungen des HRC im Atlantik-Hotel nach wie vor ein hohes Renommee haben, wenn auch manch neureicher Zeitgenosse mit seiner Derbyrede den echten Adel eher verprellt und Anlass gibt zu Subveranstaltungen abzuwandern.

Sponsoren
Den Sponsoren fällt weiterhin eine tragende Rolle zu. Allein durch Wettumsätze sind die Preisgelder die international verlangt werden nicht finanzierbar. Ein weiterer Verfall würde bedeuten, dass unser hart erkämpfter Rang im internationalen Galopprennzirkus nicht gehalten werden kann. Wem ist noch erinnerlich, wie stark einst unsere österreichischen Nachbarn waren und welchen Verfall man dort erlebt hat. Heute muss man konstatieren, dass wir auf einem deutlichen Abwärtsschwung sind. Die Rennpreise in Italien z.B. sind nicht nur in den „normalen“ Rennen erheblich höher, sondern gerade in den Grupperennen. Folge: weniger international interessanter Pferde bei uns, sinkendes Renommee und damit sinkendes Interesse der Wirtschaft. Es ist verständlich und klar, dass man heute noch mehr Zeit und Zuwendung von Seiten der Rennvereine zur Erhaltung des Sponsorings aufgebracht werden muss. Diese Rolle wird durch erheblichen Einsatz von Zeit und gesellschaftlich wichtigen Personen erfüllt. In den Rennvereinen sind Vertreter der Wirtschaft integriert. Die halbe Kaffee-Elite allein durch Jacobs und Darboven in Bremen bzw. Hamburg. Vielleicht muss man hier noch mehr wichtige Persönlichkeiten der Wirtschaft gewinnen um auch in den nächsten Monaten mit der Wirtschaft rechnen zu können. Da die Anzahl der Vorstandsposten begrenzt und wohl auch mangels Kompetenz nicht immer mit „Wirtschaftsbossen“ belegt werden können, ist an die Schaffung von Beiräten, Förderkreisen und insbesondere Investitionsberatern zu denken sein.

Nicht erfüllen können die Rennvereine und insbesondere das Direktorium die Aufgabe der Belange der Financiers des Sportes auf der Seite der Wetter und Rennbahnbesucher zu erfüllen. So gehen nicht nur die Wetteinsätze dramatisch zurück, sondern auch die Besucherzahlen. Der Verweis auf die gesamtwirtschaftliche Situation im Lande ist ein nicht geltendes Argument. Seit über 20 Jahren bin ich Dauerkarteninhaber auf dem „Balkon“ in Hamburg-Horn. Man sieht sich alle Jahre und spricht über alles mögliche. So auch darüber, warum der eine fortbleibt oder der andere die Kartenanzahl reduziert. Meist ist es gesunkenes Interesse wegen mehr und mehr lieblos vorgeführte Rennen, wenig Beachtung und Unzulänglichkeiten, die ich im nächsten Absatz beschreibe. Teilweise auch Tod oder Krankheit. Der Nachwuchs, z.B. durch die Kinder, hatte nie ein Angebot, welches sie an die „Bahn“ gebunden hat. Es ist also nicht das Geld, denn die Bürger geben nach wie vor Geld für Freizeit aus, sei es für Sport, Spiel, Urlaub oder auch Technik (Audio, Video, Computer). Über die Mängel bei der Wunscherfüllung in Bezug auf Investitionshöhe dieser Personenkreise berichtete ich unter „Mindesteinsatz“.

Die Attraktivität des Sportes ist gesunken. Gesunken, weil man sich ausschließlich um die Personenkreise Besitzer und Sponsoren kümmert, nicht aber um die Wünsche und Bedürfnisse der dritten Gruppe, der Normalo-Besucher. Dies drückt sich nicht zuletzt darin aus, dass der Prinz von Soundso über die nun viel größeren und freundlicheren Toiletten berichtet, während das „Fußvolk“ in einer kantinenartigen Halle Kaffee bei unzureichendem Angebot von Akustik neben zu kleinen Bildschirmen angeboten bekommt. Bei schlechtem Wetter die nötige Alternative zum direkten Blick auf das Renngeschehen. So gesehen und erlebt 2004 in Baden-Baden anlässlich des Frühlingsmeetings. Ein adäquates Toilettenangebot für die „Normalbesucher“ mag ich ja gar nicht einfordern. Benötigen doch die Rennvereine (3) Jahre um Schlüssel für Toiletten und 3 Wochen um Birnen für dortige Lampen zu finanzieren. Oder will jemand behaupten, dass meine zynischen Zeilen die Finanzierung beschleunigt hat? So bezogen auf den HRC und das Derbyjahr 2004.

Kleiner historischer Rückblick aus meiner persönlichen Warte: die vielen eleganten Menschen, die kleine Kerle in den hübschen bunten Blusen, die edlen Pferde, die festliche Musik. Welch ein Umfeld, welch eine Atmosphäre! Eine feierliche Spannung, bunte Hefte.

Diese Atmosphäre ist verloren gegangen. Nein, man wollte diese Musik nicht mehr. Andererseits aber auch nicht mit der Zeit gehen. Da einzige was sich positiv verändert hat, ist die Tendenz zu engagierten Rennkommentaren wie es Chapman zelebriert und andere – noch erfolglos – kopieren. In Bremen verkürzt man Wissensdefizite der Besucher durch fachkundige und wirklich hervorragenden Tipps von Schick und Kappes – also nicht alles kappes was der Kappes macht...

Vergleichen wir doch einmal auf bestimmten Bahnen die Örtlichkeiten. München: frei zugängliche Tribüne leidlich besetzt, Bewirtungszelt fast ausgebucht, weil das Sitzangebot außerhalb der Tribüne ausgesprochen unterernährt (Picknick mit Decke? Achtung Hundek...). Die Leute wollen nicht unbedingt verzehren – ein Getränk vielleicht – die Preise sind definitiv zu hoch (Kuchen 5 DM umgerechnet, usw.). Einzig der Bereich des Buchmachers Springer knüppeldicke voll. Angebot? Multimedia auf allen Rennplätzen Europas, Quoteninformation, Zeitungsangebot, Stimmung. Die Besucher nehmen selbst ständig gestörten Blick auf die Monitore in Kauf (vorbeiziehende Besucher) – man sieht wenigstens meist etwas. Angebot an Kaffee, Kuchen wird hier viel eher angenommen aufgrund des guten Rundum-Angebotes!

Baden: kalte, zugige Trinkhallen, kleine Monitore, kaum verständlicher Rennkommentar (5 € Lautsprecher) bei ausreichendem Angebot von Kaffee und Kuchen, sogar kleine Speisen zu vertretbaren Preisen. Dennoch keine 100% Auslastung der Sitzkapazitäten bei gängigem Wetter, Überlastung bei schlechtem Wetter und dann sogar 0% Akustik zu den Rennen. Hingegen der Buchmacher hinter der Tribüne: Multimedia, alle europäischen Rennen, alle Wetten, Getränke billig, kein Durchkommen...

Dresden: Gutes Angebot an Speisen und Getränken, günstige Preise, ausreichende Kapazität und fast 100% Auslastung. Dennoch ist bei den beiden Buchmacherräumen eine höhere Auslastung feststellbar, die Leute stehen in jeder Nische. Getränke teils billiger, teils gar umsonst (ob das abgesprochen war?). Alle Rennplätze auf den Monitoren.

Woran mag es liegen, dass sich die Besucher in die Räumlichkeiten der Buchmacher begeben? Multimedia, Stimmung und Umgang? Ist dort noch Atmosphäre? Irgendwas wird’s doch wohl sein, oder?

Übrigens um dies zu vervollständigen: Hoppegarten: zugige Halle als Buchmacherbüro. Nur ein Bildschirm, wenig Info (SportWelt, Computer usw) und kaum ein Besucher... Das Cafe gut gefüllt! Nicht billiges, aber umfangreiches Angebot an Speis und Trank, Klasse Erbsensuppe!

Was hindert die Rennvereine ein umfassendes Angebot den Besuchern zu bieten, dass wenigstens erst einmal den Rennsportfans gerecht wird? Ja, die Finanzen. Zu pleite um sich anzupassen, die Zeit verschlafen.
Dennoch, da wird doch noch ein Fernseher aufzutreiben sein, der sich günstig platzieren lässt um die Rennen der anderen deutschen Rennen zu übertragen. Lizenzprobleme der Übertragung dürfte es ja wohl von Rennverein zu Rennverein oder von Direktorium zu Direktorium nicht geben;: obwohl, überrascht wäre ich nicht... Dann noch einen zweiten Fernseher und die Rennen vom Ausland. Und eine Lizenz zur Annahme von Wetten zu Buchmacherkondition (Ausland) dazu. Na, das wäre doch gelacht. Ich halte es für falsch, bestimmte Services den Vertretern anderer Interessen zu überlassen, denn damit erreicht man eine Bindung der Rennbahnkunden (Eintrittskarte) an die Buchmacher.

Die „Kantinen“ zu Informations- oder Kompetenzzentren ausbauen. Mit SportWelt, Computerinformationen und geschultem Personal.*
Hier liegt der Hase im Pfeffer. Das Angebot beim Buchmacher ist mittlerweile derart attraktiv, dass die Rennbahnathmosphäre nicht mehr gesucht wird. Vielleicht auch, weil die Atmosphäre dort schon zu nüchtern und nicht mehr festlich ist? Nicht mehr unterhaltsam genug? Der Weg zu weit, die Rennbahn zu ungemütlich. Tausend Gründe.

 Die Rennbahnen sollten innerhalb der Rennbahn, zumindest während des Renntages, Informationen anbieten, welche die Buchmacher nicht haben. Z.B. ständig Gesamteinsätze (gab es mal in Köln zu sehen). Dazu würde ich die höchsten 10 Wetteinsätze ständig veröffentlichen! Es ist doch wichtig, interessant und hilfreich zu sehen, welche Einsätze im Einzelnen zu bestimmten Situationen führen. 500 € Siegwette hat doch eine besonderer Bewandtnis und heizt die Wettstimmung an. Dreierwetten zu 10 € pro Wette, welche Chancen verspricht der Wetter sich. Der Einsatz von Aktiven als Interviewpartner zu Wettchancen á la Bremen ist ein Klasseservice und der Weg in die richtige Richtung. Ich sehe es an vielen Zuschriften, es herrscht Unsicherheit ob möglicherer Systeme und mehr noch in der Beurteilung der Chancen. Aus persönlicher Sicht bin ich zweigeteilt, denn genau die Unsicherheit und die fehlende Kompetenz der Mehrzahl der Wetter das ist ja die Chance der „Insider“, besonders erfolgreich zu agieren...

Es muss ein Konzept her, welches eine Nutzung der Rennbahn im normalen Freizeitablauf einschließt. Nutzung der Rennbahn auch ohne Rennen und Begegnung mit dem Sport auch ohne aktiven Kontakt – wenn Sie verstehen was ich meine. Mir schwebt da eine Kooperation der Vereine mit den Städten und Gemeinden vor, welche die Rennbahnen anbinden bzw. integrieren in Freizeit-Zentren. Angebunden an Schwimmbad mit Frei- und Hallenbad, Bolzplatz, Liegewiese, Spiel- und Grillplatz. Festen Kiosken mit umfangreichem Angebot an Speise und Trank. Sportflächen für Volleyball (Strandsand) und Federballnetzen. Mini-Golfplatz usw. Nutzung der Rennbahn für sonstige Pferdeveranstaltungen wie Dressur, Springen und Millitary. Nutzung durch örtlichen Reitverein erwünscht. Ich kann mich erinnern - und insofern ist dieses Konzept ja gar nicht mal meines, sondern die logische Fortführung der Gedanken aus früherer Zeit – an eine Planung in Hamburg, den Volkspark in ein Sportzentrum umzuwandeln. In diesem Zuge wurde die damals schon fast geschlossene Trabrennbahn Bahrenfeld zu Lasten der von den Brüdern Hertz (Tchibo) unterstützten Trabrennbahn Farmsen wieder in Nutzung genommen. Dort sollte die heutige „Uwe-Seeler-Kampfbahn“ (ganz hartnäckige nennen den Ort „AOL-Arena“, Stiere sah ich dort aber noch nie) verbunden werden durch Sportstätten bis hin zur Trabrennbahn. Ich denke mal 2 Kilometer Luftlinie; sollten verbunden werden mit anderen Sportstätten einschließlich einer Riesensporthalle und der Umgestaltung der Trabrennbahn Bahrenfeld in eine Trab- und Galopprennbahn. Damals dann wohl doch nicht nötig und nur zu teuer? Habe ich es noch richtig in Erinnerung? 20 Millionen sollte es kosten. Zu teuer war es. 1970 war es.

Was nicht mit Stadt und Gemeinde gemeinsam erstellt werden kann, muss halt in eigener Regie und zugunsten des eigenen Gewinns unternommen werden. Wandelt das Friedhofskonzept in ein Freizeitkonzept um und baut langsam die Bahn zu diesen Freizeitzentren aus. Liegewiese und Grillplatz ist schnell erstellt. Die Restauration lässt sich versuchsweise in Eigenregie betreiben. Mini-Golfplatz anlegen, Musikgruppe engagieren. „Rock on Turf“ wäre doch die Sensation an jedem rennfreien Samstag (es muss ja nicht die Top-In-Gruppe sein, die örtlichen Gruppen machen es genau so gut). Und dies ausbauen zu „After-Race-Parties“ am Mittwoch bzw. Freitagabend. Sensationeller Rennbahnbesuch, garantiert! Ich würde es passender sogar ganz deutsch „Und nach dem Rennen wird geschwofft"“ nennen. Mensch Leute, ihr seid Unternehmer und keene Verwalter! Also habt mal ein paar Ideen. “Galopprennen ist mehr”!

Vieler Orten wäre all dies ohne Belästigung von Pferden und Anwohnern möglich. Dort wo es aus baulichen Gründen Hindernisse gibt, na in Hindernisrennen sind wir doch die Spezialisten!. Machen wir es in der Tribüne oder veranstalten alternativ Filmabende, gratis, unter freiem Himmel oder in der Tribünenhalle. Filme gibt es schon aus dem Metier genug. Aktuell Seabiscuit. Oder einige Dick-Francis-Filme. Man kann auch Kult kreieren: Fernsehabenden mit „Rivalen der Rennbahn“. Warum soll das nicht funktionieren? Dazu im Anschluss „Talk mit Ross und Reiter“, wobei „Ross“ der tatsächliche Aktive ist und „Reiter“ jener Schauspieler der auf der „Figur“ saß. Es gibt auch hier Möglichkeiten die Sponsoren einzubinden. Talk unter dem Titel „Hinterher weiß man immer mehr“ gesponsert durch die Rheinische Post, „Auf die Freundschaft“ mit Freibier von Holsten, die Nutzung der Zeltstadt nach den Rennen in Hamburg, wo die Leute dann wirklich Lust und Zeit hätten, sich in den BMW-Rennwagen zu setzen und ein fiktives Rennen zu fahren oder Probe-17+4 zu spielen, ein Andenken zu kaufen oder den Hut für die Ehefrau zum Derbytag in Augenschein nehmen. Ich konnte nach dem Rennen nicht mal mehr einen Regenschirm kaufen und wurde nass!

Findet und bindet den Kunden in seiner Freizeit, wenn er nicht schon Kunde ist! Wenn die Menschen mit der Rennbahn – auch über Umwege - vertraut gemacht werden, dann sind sie neugierig die Rennbahn mal in ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zu erleben. Ein Filmbesucher will die Pferde live erleben. Baden hat ein gutes Konzept bezüglich der Möglichkeit den Morgen bei entsprechendem Wetter mit einem Frühstück und Blick auf die Trainingseinheit zu genießen. Auf dieser Basis – Verbindung des Sports mit Freizeit und Erholung – kann ein Wert dargestellt werden, der für den Menschen einen ausreichenden Nutzen hat und damit Bereitschaft erzeugt Geld und Zeit zu investieren.

Für die Medienwelt ein geeignetes Konzept auch nicht so ganz ohne Bedeutung. Denn allein die Verknüpfung der angeblich medienwirksamen Sportarten wie Springreiten und auch Military mit der Rennbahn lässt diese im anderen Licht erscheinen. Nicht mehr dies halbseidene, anrüchige Wettspektakel mit seinem zweifelhaften Ruf („nicht alle auf der Rennbahn sind Gauner, aber alle Gauner sind auf der Rennbahn“ – W. Churchill), sondern Pferdesportzentrum mit – wenn es Grupperennen und internationale Meisterschaften auf die Beine bringt – internationaler Bedeutung und Personen und Tieren von Weltruf. Es war schon immer witzig, dass das Springderby in HH-Flottbeck über zwei- drei Tage stundenlang im Fernsehen lief, obwohl dort nur wenige tausend Menschen vor Ort waren, aber den 50.000 Derbybesuchern nur winzige 30 Minuten, wenn überhaupt, im Fernsehen entgegengesetzt wurden. War, denn auch das Springderby scheint isoliert seine mediale Bedeutung zu verlieren.

Ein besonderes Sponsoring möchte ich auch ansprechen. Die Eintrittspreise sind teilweise nicht nachvollziehbar. Wenn ein Grupperenntag veranstaltet wird, mag dies mit höherem Risiko verbunden sein. Folge eines insgesamt angehobenen Eintrittspreis ist allerdings, dass dem Nachwuchs damit der Weg weitgehend versperrt ist, denn es ist für Vatern schon schwer genug, Muttern klar zu machen, dass er heute bei allen finanziellen Engpässen mal selbst eine Ausnahme vom Sparkurs macht und 100 € als Wette investiert. Aber noch auch zu erklären, dass schon der Zutritt für die Familie mehr als 20 € kostet, wird die Argumentation nicht unbedingt erleichtern. „und heute ist freier Eintritt, wir sparen 15 €“ passt da schon eher in die heutige Werbelandschaft von Geiz und billiger Geilheit. Der ausgesperrte Nachwuchs ward nie mehr gesehen. Ich denke nicht, dass ich jemals zur Rennbahn gefunden hätte, wäre nicht mein Vater ein fleißiger Rennbahnbesucher. Und er wohl kaum ohne seine Mutter. Damals noch auf dem 3. Platz, aber für 20 Pfennige kam man wenigstens hinein. Erhöht meinetwegen die Tribünenpreise (Angebot kommt ja wohl kaum mit der Nachfrage mit), aber niemals die Grundeintrittspreise. Dieses ist ein wirksames Sponsoring. Den Müller-Brot-Preis verpasste ich schon deshalb niemals, weil ich meine Freikarten des Sponsors nicht ungenutzt lassen wollte. Meine Kinder nahmen immer Freunde mit. Irgendwann könnten das die Besucher der Zukunft sein. Heuer war ich nicht in München. Pferdewetten.de gab mir keine Freikarte. Wetteinsatz 2004 von mir: 0 €.

Und dann wäre da noch die Möglichkeit Menschen auf die Bahn zu locken mit Sams- und Sonntag-„Frühschoppen beim Training“. Hat doch auch was...





* Apropos Personal: Beim Buchmacher wird mir gut und treffsicher erklärt, wie ich einen Wettschein auszufüllen habe. Auf der Rennbahn? Folgende Anekdote: Ich vergaß bei der G4-Wette (Viererwette, wieso heißt die G4?) „g4“ anzukreuzen, was vorerst weder ich, noch ein Wettscheinannehmer bemerkte. Der Schein wurde nicht angenommen. Nachdem mich die erste Kasse ein paar Kassen weiterschickt „dort sind Techniker“, erklärt man mir dort, (wo nix Techniker...) dass ich bei einer „Viererwette“ nicht den Platz 2-3 schieben kann (1 und 4 fest, in Ergänzung meiner DW wo dieser „4.“ als 2-3 geschoben wurde). Das kann man bei einer 3-er Wette. Bei einer 4-er Wette, das ist ja ganz klar, muss man immer „4“ schieben,

„bei Ihrem Schein müssen Sie also 3-4 schieben
[ich will aber...]
„Nein, bei einer 4-er Wette geht das eben nicht – ist doch logisch – man“.

[Brüll!! Was für ein Dösbaddel!!! (Dösbaddel=Hamburger Slang, meint Dummkopf, na ja war ja Hamburg-Horn). G4 angekreuzt, Schein geht]

“Sehn Sie, geht doch!” (also doch 2-3 geschoben)
„Na ist doch klar“, meint dann dieser Nichttechniker
?!?!?!??! - “Dösbaddel” bemerke ich folgerichtig.
„?!?!?!?!“, Mein Gott, guckt der blöd

 Fazit: Wenn man ein neues Wettangebot hat, sollte man sich 2-3 Stunden Zeit nehmen, um dieses Personal vernünftig einzuschulen. Kostet es war es wolle (solle). Auch das kann Kunden verärgern. Ich spiele seitdem keine G4 mehr. Mir reicht die Million per Dreierwette locker....