“... weiter weiter weiter... Nr 4, Otto Schmidt auf Electrola. ... “
“Ach der singt dann, näh”
“Hör´n Sie mal, den könn´se wetten, den könn´se wetten ... der gewinnt... wenn er will... wenn nicht, dann hat er nicht gewollt oder er konnte nicht...”
“er konnte nicht? Ach wie unangenehm!”
Jetzt ham´se gedacht: Loriot. Und genau das ist das Problem. Erstens kommt es anders und Zweitens als du denkst. Der kleine Zeichentrickfilm, der wohl Loriots bekanntester ist, wurde nicht von ihm gesprochen oder getextet, sondern von Wilhelm Bendow und Franz Otto Krüger aus dem Jahre 1946!
Sind Sie Profi? Dann sind Sie hier falsch. Sie sollten lieber auf die Seite “Info...” gehen, dort finden Sie was Neues (immer wenn ich Zeit habe ergänze ich irgendwo). Alle anderen dürfen hier bleiben. Woll´n wir wetten und Sie haben ja gesagt. OK. Nur haben Sie keine Ahnung. Psst, die Anderen meistens auch nicht...gut das die es nicht hören, sind ja schon fort. Es geht sicher um die Wettarten, nnnna_ja. Das ist gar nicht so wichtig! Wichtig ist, dass Sie nicht ins Blaue hineintippen. Folgen Sie nicht dem Ratschlag “Lieblingsfarbe” - also nicht das blaue Pferd, nein, auch nicht die blaue Jacke oder wie heißt das? Ist aus Seide! Soooo?! Gängige Ratschläge sind “suchen Sie sich einfach das schönste Pferd aus”. Da wird der Besitzer dagegen sein. "Wetten Sie nach Namen”. Klar, möglichst alles was nach Adel klingt: König, King, Prinzessin, Baron und von und zu...”. Grausam! Wenn Sie solche Auskünfte bekommen, dann denken Sie “der hat ja keine Ahnung”! Genau. Kaufen Sie sich erstmal eine SportWelt [Provision an mich]. Die bekommen Sie auf der Rennbahn oder beim Buchmacher (Branchenbuch oder besser Internet: galopp-online.de z.B. [Jungs macht einen Link auf mich]). In den Städten mit Rennbahn auch am Bahnhof, aber kaum beim Zeitungsladen. Am besten gucken Sie in der Zeitung zuerst, ob Statistiken drin sind. Also z.B. über die Anzahl der Siege der Trainer und der Jockeis (hoffentlich haben Sie auch meine Info-Seite gelesen, wenn sie denn fertig ist). Das ist schon die halbe Miete. Wer oft gewinnt, der gilt als besser. Tatsächlich ist er wohl nicht schlecht, aber vielleicht auch nur, weil er aufgrund der vielen Siege zuletzt die besseren Pferde bekam. Insofern kann Ihnen die Diskussion um gute oder schlechte Jockeis egal sein. Die andere Hälfte ist ein Regelwerk. Nicht das Regelwerk, was Sie von der Rennbahninformation erhalten haben. Nein, Sie müssen sich klar sein, dass 75% der Einsätze wieder an die Wetter ausgezahlt werden und somit der Durchschnittswetter mit 100 Euro reinkommt und mit 75 wieder rausgeht, es sei denn, er hat sich eine Currywurst geleistet, dann hat er noch 70 €. Aber weg vom Thema “Preisgestaltung und Publikumsfreundlichkeit”. Siehe Thema Krise. Thema ist nun: Wettprofi werden. Eine Regel empfehle ich vorab: Sorry, Rennreiterinnen wette ich auf Sieg nur im Amazonenrennen (Frauenrennen) - oder besser fast nur dort. Nach dem 1.2.04 denke ich mal drüber nach....63% Frauensiege.
Sommer 2004: Ich habe nachgedacht! Oder besser analysiert, unzählige Rennfilme nachgeschaut und herausgefunden: Frauen sind selten Speedreiterinnen. Deshalb reiten viele “von vorne”, sprich, sie versuchen möglichst vom Start weg im Vorderfeld zu laufen oder gar von Beginn an zu führen. Und dass ist schon das Geheimnis ihrer Siege auf Sand (und auf kleinen Bahnen mit Zielgeraden unter 300 Meter. Auf kurzen Geraden kommt selten ein Speedpferd “hin”. Und so werden die Pferde - fälschlicherweise - als Sandbahnspezialisten bezeichnet, die besser von vorne geritten werden. Achten Sie mal in der Sandbahnsaison auf Exzilarating und andere “Frontrenner”. Der Belgier galt lange Zeit als Sandbahnmagier, dabei hat er zuerst erkannt, dass man Neuss und ähnliche Bahnen am besten von vorne reitet.
Aus der Sportwelt - oder aus dem Internet vom “Direktorium” haben Sie nun die besten Jockeis sich notiert und schauen mal rein, was da für Rennen und wie die Formen sind. Merkwürdige Zeichen und Begriffe verwirren. Ruhig Blut, wenn ich eine französische Rennzeitung lese, verstehe ich auch kein Wort. Die Botschaften aber schon. Sie lesen bei den Formen was vom Agl. I, oder Agl.IV, oder LR oder Gruppe III oder nur 4j. und älter 56 kg, für jede gewonnen 5000 € 1 kg mehr. Was das ist, erkläre ich unter Info. Nun vergleichen Sie noch, welche Pferde haben gute Formen (also nicht die Rundungen der Beine oder so, sondern ob zuletzt gut = Platz 1-4 gelaufen). Das notieren Sie ebenfalls und haben die 1. Wahl: wo beides aufeinanderpasst, ja das ist er. Übrigens: meine ersten Wetten waren Siegwetten. Ich habe einfach die letzten 3 Platzierungen addiert und durch 3 geteilt und so manche Überraschungsquote kassiert. Da kannte ich auch nichts von Ausgleich und so. Und wenn ein Pferd in die nächste “Liga” aufsteigt, dann traut man dem nicht unbedingt einen Sieg zu. Und dann kann sogar ein Pferd mit dem besten Schnitt sehr viel Geld zahlen. Aber das würde ich nun nicht mehr empfehlen.
Bis hierhin haben sie alles richtig gemacht. Und nun kommen die Fehler, die andere machen, Sie haben ja das Regelwerk. Da kommen plötzlich Informationen, “der gewinnt todsicher” (die Rennbahn müsste von Leichen gepflastert sein, wenn das stimmen würde). STOP! Hören Sie sich das ruhig an. Mehr nicht. Sie haben soeben das erste Geheimnis gelüftet!
Bevor Sie mir ungeduldig werden, wir reden jetzt ja nur von der Siegwette. Ich habe eine Spezialseite “Sieg” angehängt und werde noch Spezialseiten anhängen, die sich mit Systemen befassen. Etwas Mathematik: wie rechnen wir aus, wie viel Wetten das sind und werden die Fehler bei Zweier-/ Dreierwetten genau ausleuchten. Mit der Platzwette beschäftige ich mich nicht. Wenn Sie Anfänger sind, können Sie das Risiko minimieren, wenn Sie nur “Platz” spielen [ich mag den Ausdruck nicht]. Aber ich sage gleich, nach den ersten 2-3 Gewinnen wird´s arg langweilig. Und gewinnt das gewettete Pferd noch dazu, dann hätten Sie möglicherweise das 5fache auf “Sieg” bekommen - knirsch. Als Höhepunkt liefere ich Ihnen eine Formel, mit der Sie Zweier- und Dreierwettenquoten auf deutschen Rennbahnen erstaunlich genau vorhersage können!
Gehen wir davon aus, dass Sie “Sieg” spielen. Also wetten, die Nummer x gewinnt das Rennen. Punkt aus Schluss. Nun kommt das zweite Geheimnis: Niemals denken, “denn mache ich auch noch”. ? ? ? Warum denn ? ? Den Favoriten wohlmöglich? Was ist mit Ihrer Meinung? Selbstvertrauen! Denn selbst wenn er, der Favorit gewinnt, (20-30% Chance!), dann erhalten Sie vielleicht genau den Einsatz der beiden Wetten zurück. Kommt der andere, dann wär’ es so, als wenn Sie mit halben Einsatz spielen. Ich sehe das oft bei Anfängern, ja sogar bei denen, die meinen sie seien Profi - “Absichern” nennen die das. Pfff (wie gut, dass die nicht weitergelesen haben...). Schlimmer noch Sieg/ Platz auf das gleiche Pferd! Die Rennbahn würde sich freuen, Sie nicht. Und irgendwann haben Sie die Nase voll und kommen gar nicht mehr. Die Rennbahn ärgert sich. Also ist es für beide besser, Sie bleiben stur!
Lassen Sie mich kurz abschweifen. Früher hatte ich mal in einer Fußball-Toto-Gemeinschaft mitgespielt. Tolle Sache! Tolle Sache? Beim Bier wurde diskutiert, wer gewinnt hier, wer gewinnt dort. Aus Spielern wurden Flaschen, aus Flaschen wurden Spieler. Am Ende hatte man einen Tipp zusammen diskutiert und abgegeben. Gewonnen haben wir selten, und wenn, dann gabs ein paar Märkerchen. Ja warum? Wir haben - völlig unbewusst - so eine Art Meinungsumfrage gemacht und wohl ziemlich genau das abgebildet, wovon die meisten ausgegangen sind. Daraus folgt: wenn man gewinnt, dann wenig. Da habe ich vorgeschlagen, dass abwechselnd jeweils nur Einer allein tippt und wir alle den Einsatz teilen. OK, nach den Spielen wurde viel diskutiert. Vor allem, wenn man nur einen Treffer daneben war: “Wie kann man auch gegen die Bayern tippen”, “du hast ja nun überhaupt keine Ahnung”. Ergebnis aber: wir haben vielleicht nicht öfter gewonnen, aber wenn, dann richtig. Also nicht ein paar Märkerchen, sondern auch mal tausend. Was lehrt die Geschichte: wenn man genau das macht, was andere machen, dann trifft man -vielleicht- öfter, aber man gewinnt nichts. Nur 20-30% aller Rennen werden vom Favoriten gewonnen. Wenn man dann den doppelten Einsatz bekommt, hat man höchstens 60% zurück. Klaro?
Das dritte Geheimnis: gewöhnen Sie sich folgende Worte ab: hätte, wollte, Du. [ich höre es oft: hätte, wollte. Manchmal denke ich die verlieren, um mir zu erzählen, was sie gewollt hätten] Und DU! Wenn einer Schuld hat, dann Sie. Den Sie haben sich entschieden, nach Ihrem Regelwerk. Wenn Sie diese Worte oder genauer: diese Denkensart an sich ranlassen, dann erlauben Sie es sich, die Regeln zu brechen. Damit verlieren Sie den Pfad, der Sie auf die Seite der Sieger bringen kann. Kann!
Wieviel Fehler hätten Sie denn gerne? Alle, nee, die kenn ich auch nicht, aber Sie können mir gern berichten... Einen hab´ ich noch. Sie können in jedem Rennen spielen, müssen aber nicht. Dies ist bei der Siegwette sicher etwas lockerer zu sehen, als bei einer Dreierwette. Aber wenn z.B. die Polopferde laufen, oder die Araber (die Kenn´ ich auch nicht, aber die Namen klingen fast alle gleich. Da hat Kommentator so richtigen Spaß und wenn er Chapman heisst, macht er sich auch einen) dann lass ich Rennen Rennen sein und lauf ein wenig umher. Schau hier mal und da mal, trinkt ein Sekt oder ortsübliches Bier und ess vielleicht etwas. Manches ist hier viel leckerer als daheim (Ist es immer? Wie meinen Sie das [;-))]: in Bremen Bratwurscht besonders lecker, im Westen hatte ich leckere Süssigkeiten entdeckt, in Dresden den besten Erdbeerkuchen, am Ende sogar gratis, in Hamburg kennt mich jeder, weil ich ständig einen Berliner (Krapfen) in der Hand habe (Nein, ich bin nicht der Dicke aus dem Fernsehen, aber so ähnlich schon). Das alles entspannt und befreit. Am Ende hatte man einen netten Ausflug, viel gesehen, sich mit manchen Menschen nett unterhalten und ist vielleicht um ein paar Mark reicher.
Denken Sie ja nicht, dass war es. Das vierte Geheimnis kommt sogleich: Letztes Rennen. Damit es nicht Ihr letztes Rennen ist: bleiben Sie weiter stur. Sie holen gar nichts raus, wenn Sie die Richtung ändern. Dann hätten Sie wirklich lieber alle blauen Jockeis (“bitte hauchen Sie mich mal an”) wetten sollen. Richtig ist, wenn Sie im letzten, 9. Rennen die 9.+10. Wette machen, dann würden Sie noch gewinnen, wenn Sie ein Pferd zusätzlich spielen, welches mehr als 100 :10 zahlt. Und wenn es nicht gewinnt, dann haben Sie ziemlich genau 11% mehr verloren. Immerhin haben Sie nun eingesehen, dass im 9. Rennen mit dem Favoriten tatsächlich nichts zu gewinnen ist. Sehen Sie niemals einen Renntag allein, sondern alle des Jahres oder des Monats. Schreiben Sie sich auf, was Sie eingesetzt und zurückbekommen haben. Gewinn ist nur die Differenz und nicht die Summe der zurückerhaltenen Geldes. Man denkt nur allzuschnell, dass man mehr gewonnen hat, als dies tatsächlich der Fall war. Nur so werden Sie echt erfolgreich...
Es gibt noch viele Arten, anderen Geld zu schenken. Wenn Sie wirklich Spass an der Sache haben wollen, müssen Sie die Einsätze so bemessen, dass Sie es mit einem Lächeln verkraften, alles zu verlieren. So bleiben Sie locker und bauen kein Druck auf. Wenn Sie Druck spüren, sind Sie entweder nicht für die Rennbahn geeignet oder Sie haben zu hoch gespielt. Ohne Druck gewinnen Sie!
11. Juli 2010: Statement zur Einstufung unserer Pferde im europäischen Vergleich
Das die “Offiziellen” meine Seite lesen, weiss ich durch Rückmeldungen und spätestens, seitdem man Adrie de Vries als den “fliegenden Holländer” bezeichnet. Bin gespannt, wann man zum Champion Eddie Pedroza nun “Meister Eddy” sagt...
Estaunlich ist aber, dass man manche Dinge nicht ganz wahrnimmt. Ich nehme mal zwei Bemerkungen vor, und eine nach einem Rennen in Hamburg-Horn am 11. Juli. Dort beurteilt man die Nummer 4 im 9. Rennen grob gesehen mit den Worten “nicht gut genug, um in England ein Listenrennen zu gewinnen”. “Kann sich nicht mit Elle Shadow oder Waldjagd messen”:
Seit Jahren sage ich, dass die Wahrnehmung bei vielen fehlt, dass unserer Rennsport immer mehr den Bach runter geht und zwar im Leistungsvermögen der Spitzenpferde. So hatte ich jüngst darauf hingewiesen, dass ein 3-jähriger Sieger früher mit 58 kg in den AGL IV kam, heute mit gleichem Gewicht in den AGL III. SIcher sind nicht alle Engländer und Iren besser als unsere Spitzenpferde, aber mehr als die Hälfte der Gäste ist im Endkampf unserer Rennen.
Nun bringt Manfred Chapman es auf den Punkt, als er es nach dem besagten Rennen beschämend nannte, dass sich unsere vermeintlichen Spitzenstuten nicht einmal zweit- (und ich sage dritt-) klassige Pferde aus England vom Halse halten können. Gut dass dies nicht viele wahrnehmen, den so kamen wir zu einer feinen Zweierwette.
Noch schlimmer ist die Beurteilung von dem (auch von mir) geschätztem DD (Daniel Delius). Es ist ja schon ein Fortschritt, wenn wir in Italien platziert gelaufene Pferde nicht mehr zum Derbyfavoriten machen. Aber zu sagen, dass ein 3. Platz in den itlalienischen OAKS reicht, um gegen die Gegner im 10. Rennen zu bestehen, ist schlichtweg ohne Sachverstand. Wann, Herr Delius, hat das zum letzten Male gestimmt? Aber gut, so kamen wir zu einer Hammer-Dreierwette bei 8 Pferden von 34.778 € und einer ZW von 2.025€. Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass DD das was er sagte glaubt. Nun gut, dann hat er die DW wohl auch getroffen.
Ich sage es noch einmal kurz und bündig:
Die besten (europäischen) Pferde kommen aus der irischen Zucht, knapp dahinter die Engländer. Diese sind genau so viel besser wie unsere Pferde, wie unsere Pferde besser als die italienischen sind. Die Franzosen nähern sich uns von oben mit riesen Schritten. Meine Statistik sagt dazu folgendes aus Sicht eines deutschen Pferdes: Irland +5, England +4, Frankreich +2, Italien - 4, sonstige Europäer -7 und weniger (oder mehr? also mindestens -7 oder noch höherer Abzug).
Das beobachten Sie mal. Und wenn dann unsere Besitzer (Fährhof und Ullmann sind hier angesprochen) sich an den Irländern in der Zucht orientieren, dann dürfen sie diese Pferde auch gerne mal in Frankreich laufen lassen, um dort das Geld zu verdienen, welches bei uns nicht auf dem Geläuf liegt - zumal wenn diese Pferde dann für unsere Pferdchen zu gut sind.
Noch zwei Bemerkungen, zum Ländervergleich: Sicherlich war einmal ein in Italien siegreicher 3-jähriger im Deutschen Derby unter den ersten Drei. Aber wer würde auf die Idee kommen, den österreichischen Derbysieger als Sieger im deutschen Pondon vorherzusagen, weil 1964 dieses einmal (!) zutraf. Zank-Apfel oder nicht, Zank war der Derbysieger in Hamburg und Wien.
Weiter möchte ich darauf hinweisen, dass die Distanzen eine ganz erhebliche Rolle bei der Beurteilung der “Ausländer” spielen. Bei Steherdistanzen war es noch nie anders, als heute bei unseren Gruppe-Rennen allgemein: es reichte einem Pferde von der Insel ein Formansatz aus einem Listenrennen, um in Hamburg oder Mülheim die wichtigsten Steher-Rennen hierzulande zu gewinnen. Gott-sei-Dank ist ein Phänomen nun seit einigen Jahren verschwunden: früher gewannen die Skandinavier so gut wie alle Fliegerrennen in Hamburg. Und es war ein leichtes, eine 20.000-Quote abzusahnen, wenn man die Skandinavier kombinierte; dies ist allerdings die traurige Seite dieser Geschichte. Mittlerweile sind aber nicht unsere Flieger so gut, sondern die Skandinavier schlechter - oder fehlen im hohen Norden Vitamine?